Im Herbst 2015 wird erstmals der mit insgesamt einer Million Euro ausgestattete Deutsche Buchhandelspreis vergeben. Das teilte die Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute in Berlin mit. „In der heutigen, zunehmend durch den Versandhandel geprägten Zeit“ will sie damit den unabhängigen, inhabergeführten Buchhandlungen den Rücken stärken.
Der Preis wird kleineren, inhabergeführten Buchhandlungen mit Sitz in Deutschland zugutekommen, die sich durch „innovative Geschäftsmodelle, besondere Lese- und Literaturförderung oder kulturelle Veranstaltungsprogramme“ auszeichnen.
Die Hauptpreise sind jeweils mit 25.000 Euro dotiert, die weiteren Preise mit je 15.000 Euro bzw. 7.000 Euro. Die Bewerbungen der Buchhandlungen können ab Anfang nächsten Jahres eingereicht werden. Ab Dezember wird über die näheren Details auf der Webseite der Staatsministerin für Kultur und Medien informiert.
Eine von der Kulturstaatsministerin berufene unabhängige Fachjury, die sich aus Mitgliedern des Börsenvereins, der Kurt-Wolff-Stiftung, Verlagsvertretern sowie unabhängigen Literaturkennern zusammensetzt, schlägt die Preisträger vor. Im Herbst 2015 wird der „Deutsche Buchhandelspreis“ zum ersten Mal von Monika Grütters verliehen.
Am Samstag wird sich Monika Grütters bei einem Rundgang auf der Frankfurter Buchmesse einen Überblick über die Situation der Verlage verschaffen. Vorab erklärte sie: „Die hier in Frankfurt so vielfältig anzutreffende Verlagslandschaft muss in all‘ ihren Facetten erhalten bleiben. Das betrifft die Buchpreisbindung, günstige Mehrwertsteuerregelungen für Hörbücher und E-Books oder auch die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber großen Akteuren wie Amazon. Die klassischen Buchhandlungen vor Ort leisten gerade hier einen unverzichtbaren Beitrag.“
Monika Grütters betonte: „Wie ein ‚Netz geistiger Tankstellen‘ halten sich innovative, literarisch und kulturell engagierte stationäre Buchhandlungen und stimulieren die Lust am Lesen und das Gespräch über Literatur. Sie sind wie Wegmarken der Kulturnation Deutschland. Damit sie auf Dauer eine Überlebenschance haben, soll der ´Deutsche Buchhandelspreis´ zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Verbraucher beitragen. Die Buchhandlungen werden schließlich am besten gestützt, indem man bei ihnen einkauft.“
Die Kulturstaatsministerin stellt in diesem Jahr außerdem zusätzliche Mittel für wichtige Literaturprojekte in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung. Damit werden u.a. literarisch wertvolle Schriften angekauft (z.B. Heinrich-Mann-Autographen), Projekte bedeutender literaturvermittelnder Einrichtungen (z.B. „90 Jahre PEN“) und literarische Veranstaltungen (z.B. der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung) gefördert. Monika Grütters plant zudem, als Zeichen für die literarische und föderale Vielfalt der deutschen Buchlandschaft zum 25-jährigen Bestehen des Tags der Deutschen Einheit zu einem großen Leseabend mit Autoren aus allen Bundesländern einzuladen.