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Heinold fragt: Wer war’s?

Der Verlag, nach dem wir heute fragen, gehört zu den typischen Start-ups der frühen Nachkriegsjahre. Eine 1927 gegründete Fachzeitschrift hatte im Krieg brach gelegen. Der Verlagsgründer ergriff vor 65 Jahren die Gelegenheit, sie neu herauszubringen.

Das war die Keimzelle des Unternehmens, dessen Geschichte zum 60. Bestehen in einer Jubiläumsschrift dargestellt wurde. Gegenwärtig produziert der Verlag über 20 Fachmedien, die allesamt zusätzlich zu den Printausgaben im Volltext online zur Verfügung stehen.

1964 erschien ein erster großer Fachatlas in Farbe – ein Format, dass zum Markenzeichen des Verlages wurde. Heute sind insgesamt rund 600 Buchtitel lieferbar, zu denen jährlich 60 Neuerscheinungen kommen. Zahlreiche der Titel sind in mehreren Fremdsprachen erschienen, teils im eigenen Verlag, teils als Lizenzausgaben bei internationalen Fachverlagen.

Dieses klassische Portfolio des Verlages wird durch elektronische Medien abgerundet. Dazu gehören Internet-Datenbanken, CDs und DVDs zur Unterstützung von Lern- und Diagnoseprozessen und als digitale Ergänzung zu gedruckten Produkten. Auch bringt der Verlag seit 2010 reine eJournale heraus, also Zeitschriften, die nur online bezogen werden können.

Die hauseigene Seminar- und Kongressabteilung organisiert internationale Kongresse sowie zahlreiche zertifizierte Fortbildungsreihen für die beiden Hauptzielgruppen des Verlages, der mit renommierten Instituten sowie nationalen und internationalen Fachgesellschaften kooperiert.

Der Gründer starb 18 Jahre nach dem Verlagsstart; seit dem wurde der Verlag von seiner Witwe und zwei leitenden Mitarbeitern geführt, die sich Anfang der 1980er Jahre zurückzogen und den Verlag an eine oberbayerische Druckerei verkauften, die schon lange Zeit der herstellerische Hauptdienstleister war.

Die Druckerei und ihre Tochterunternehmen treten heute am Markt als moderner Fullservice-Mediendienstleister auf. Ich nutze eine lange zurückliegende Episode aus der Geschichte dieser Druckerei zu einer Zusatzfrage für literarisch beschlagene Rätselfreunde ist. Sie bezieht sich auf eine Zeitung, die von 1876 an im Verlag dieser Druckerei erschien und während der Wirtschaftskrise in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in einem größeren Zeitungsblock aufging.

Dieses liberale Provinzblatt tat nach dem Ende des Ersten Weltkrieges einen deutlichen Ruck nach rechts. Antidemokratisch ausgerichtet, wurde es im gesamten Deutschen Reich gelesen. Ein für seine Kritik am Spießbürgertum der wilhelminischen Ära bekannter, wegen seines Humors weit über seine bayrische Heimat hinaus beliebter Volksschriftsteller publizierte in den letzten 14 Monaten seines Lebens 175 größtenteils anonyme und meist antisemitische Beiträge in dem Blatt, die vornehmlich gegen die Regierung in Berlin und die Sozialdemokratie gerichtet waren. Erst Jahre nach seinem Tod wurde bekannt, dass er der Verfasser dieser Hetzartikel war. Seine volkstümlichen, zum Teil in Mundart verfassten Bücher werden noch heute viel gelesen.

Heinold fragt: Wie heißt der gesuchte Verlag? Zusatzfrage (freiwillig): Wie heißt der gesuchte Volksschriftsteller? Antwort an heinold@buchmarkt.de

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