Home > News > Heinold fragt: Wer war’s?

Heinold fragt: Wer war’s?

Heute fragen wir nach einem „Gegenstand des Buchhandels“, der zu einer speziellen Editionsform gehört. Wir suchen zusätzlich nach einem Familienunternehmen, das ausschließlich diesen Gegenstand produziert und weltweit vertreibt – ein saisonal gebundenes Nischenprodukt, das innerhalb der buchhändlerischen Warengruppensystematik (WGS neu) als eigene Warenuntergruppe zählt. Es unterliegt nicht der Preisbindung, aber dem vollen Steuersatz.

Aus wirtschaftlicher Sicht bietet die Editionsform insgesamt erfreuliche Aspekte: Sie generiert lt. GfK vier Prozent des Buchhandelsumsatzes und verzeichnet Jahr für Jahr eine beachtliche Umsatzsteigerung – abweichend vom allgemeinen Trend. Die zehn größten Anbieter in dieser Editionsform brachten 2012 insgesamt 3.120 Titel heraus. Der Editionstyp hat Saisoncharakter. Sein Verkaufszeitraum weitet sich aber immer mehr aus. Der von uns heute gesuchte buchhändlerische Gegenstand ist allerdings nur für den Gebrauch in einer fest umrissenen Teilsaison bestimmt.

Das alles klingt komplizierter als es ist. Nähern wir uns der Sache von der Geschichte des relativ jungen Produktes her. Es liegt in gedruckter Form erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts vor – erfunden von einem aus Schwaben stammenden Münchner Buchhändler. In seiner heute üblichen Gestaltung wird erst seit etwa 1920 hergestellt und angeboten. Es wurde ursprünglich nur für Kinder produziert, ist aber inzwischen Erwachsenen gleichermaßen beliebt.

Das Produkt geht auf die Kindheitserlebnisse eines Pfarrerssohnes aus Maulbronn zurück, des erwähnten erfinderischen Buchhändlers. Dessen Mutter nähte ihm zu einem bestimmten Anlass „Wibele“, ein schwäbisches Gebäck, in einer bestimmten Anzahl auf einen Karton. Als er sein Produkt erfand, ersetzte er die Wibele durch gedruckte Bilder. Heute gibt es das Produkt wohl als einzigen „Gegenstand des buchhändlerischen Verkehrs“ auch in Kombination mit Schokolade.

Der Verlag, den wir mit einer Zusatzfrage suchen, wurde 1945 vom Großvater der beiden jetzigen Inhaber gegründet, die das Unternehmen 2008 von ihrem Vater übernommen haben. Etwa die Hälfte der Produktion geht in den Export an Vertriebspartner in 30 Ländern. Dieses Unternehmen war es, das das Verlagserzeugnis nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland zum preiswerten Massenartikel machte und ihm in den USA zur Popularität verhalf, wo es bis dahin unbekannt war.

Auf der Frankfurter Buchmesse ist das Produkt kaum, der Verlag nicht zu finden. Der gesuchte Gegenstand und der zusätzlich gesuchte Verlag sind auf anderen Messen vertreten, im Jahre 2014 zum Beispiel auf der Frankfurter Paperworld, der Nürnberger Spielwarenmesse, der Frühjahrsmesse in Birmingham, auf der TrendSet in München und auf der Nordstil in Hamburg. Sitz des Verlages ist eine süddeutsche Landeshauptstadt. In Birmingham unterhält er ein eigenes Vertriebsbüro.

Heinold fragt: Wie lautet der Name des „buchhändlerischen Gegenstandes“ ? Freiwillige Zusatzfrage: Wie lauten Name und Sitz des Verlages? Antwort an heinold@buchmarkt.de

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige