
Seit dem 6.12. (Nikolaustag) bis zum 6.1. (Heilige drei Könige) fragen wir wieder in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“ Heute beantwortet Bernhard Kellner, Verlagsleiter Gräfe und Unzer, unseren „anderen“ Fragebogen.
1
Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?
Es war der 1. Oktober 2014. An diesem Tag ging unser Blog www.messerspitzen.de online und wir hielten gleichzeitig die ersten druckfrischen Exemplare unserer TEUBNER-Novitäten „Messer“ und „Grillen & Räuchern“ in Händen. Das waren die Früchte von zwei Jahren intensiver Arbeit mit einem grandiosen Team. Wir waren stolz und erleichtert, dass wir den kompletten Neuauftritt der Marke TEUBNER über alle Medienformen hinweg nicht zuletzt auch zeitlich geschafft hatten.
Privat waren es die ersten Stunden des neuen Jahres, mehr verrate ich nicht…
2
Worüber haben Sie sich 2014 am meisten geärgert?
Dass wir in Bayern wieder einmal keinen Sommer hatten und ich viele Tage meines Lebens als Neupendler im Stau verschwendet habe.
3
Was war 2014 Ihr schönster Erfolg?
Es gab etliche schöne Erfolge – beruflich wie privat – aber die positive Resonanz auf das neue TEUBNER-Programm hat mich am meisten gefreut.
4
Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
An den eigenen guten Vorsätzen immer wieder zu scheitern.
5
Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?
Nachdem ich es unter der Woche so gut wie nie in eine Buchhandlung schaffe, bin ich ein Museumsshop-Buchkäufer. Ich genieße es in Ruhe dort am Wochenende zu blättern und lasse mich meist zu irrationalen Käufen hinreißen … Das Lenbachhaus in München gehört zu meinen Favoriten – leider gibt es dort so wenige Kochbücher … Ansonsten die Buchhandlung Pesch (nun Osiander) in Pfaffenhofen, wo ich samstags nach dem Einkauf bislang immer „inkognito“ vorbeischaue und mir Neuerscheinungen ansehe. Lieblingsverlage sind natürlich die, für die ich selber das Programm gestalten darf: TEUBNER, HALLWAG und der Gräfe und Unzer Autorenverlag. Privat schätze ich alle Verlage, die gute Architekturbücher verlegen.
6
Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Was mich nicht interessiert, lese ich sowieso nicht.
7
Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Über unkonventionelle Ideen, neue Formen von innovativen Läden und den Menschen, die den Mut dazu haben.
8
Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie nächstes Jahr vermeiden?
Meine Belastbarkeit regelmäßig zu überschätzen und zu wenig Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu haben: Familie, Freunde, Kochen, Reisen.
9
Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
In manchen Dingen konsequent inkonsequent zu sein und mich z.B. mit Leidenschaft dem Genuss guter oder schöner Dinge hinzugeben, auch wenn es manchmal unvernünftig ist.
10
Welches Buch hat Ihnen dieses Jahr besonders viel Freude gemacht?
Privat war es ein antiquarisches Architekturbuch über die 1920er-Jahre nach dem ich lange gesucht habe.
Im Job machen eigentlich alle Bücher Freude. Wenn ich tatsächlich etwas herausheben soll, sind es die Bücher, die ich zusammen mit Johann Lafer entwickeln darf – die Zusammenarbeit macht einfach immer Spaß.
11
Welches wird Ihr wichtigstes Buch im kommenden Jahr?
Oh, da gäbe es viele, aber im Frühjahr ist es sicher das Buch „Dresscode“ über Style und Ausstrahlung von Wolfgang Joop im Gräfe und Unzer Autorenverlag.
12
Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Im nächsten Jahr von Tanja Graf in ihrer neuen Rolle bei Diogenes.
13
Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Und welcher Titel wird Ihr nächster Bestseller?
14
Hier können Sie die auch beantworten:
Das wüsste ich auch gerne im Voraus 😉
Morgen antwortet Ulrike Metzger, gestern stellte sich Beate Kuckertz unseren Fragen [mehr…]