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Wie war Ihr Jahr, Thomas Raab?

Thomas Raab (c)Simone Heher Raab

Seit dem 6.12. (Nikolaustag) fragten wir in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“ Heute beantwortet der Schriftsteller Thomas Raab unseren „anderen“ Fragebogen:

1

Welcher Tag war Ihr schönster im letzten Jahr?
Ehrlich gesagt scheitere ich gerade kläglich dabei, eine Reihung vorzunehmen – und je länger ich drüber nachdenke, desto klarer wird mir: Was wäre das für ein verdammt trauriges Jahr, wenn es nur einen schönsten Tag gäbe?

2

Worüber haben Sie sich 2014 am meisten geärgert?
Eindeutig über mich selbst.

3

Was war 2014 Ihr schönster Erfolg?
Privat: Dass mir meine Töchter (3 & 7) ein: „Papa, du stinkst. Kriechst du bitte nicht mehr zu uns ins Bett und willst Vorlesen. Außerdem bist du peinlich!“ bis dato erspart haben. Und dass unsere Ältere im Februar beim Skifahren endlich alleine Stehenbleiben konnte war auch schön – auch schön für die Anderen…
Beruflich: Nach einer mehr als zehnjährigen Schwangerschaft, und glauben Sie mir, das hinterlässt Spuren, konnte ich endlich Karl Heidemann gebären. http://www.droemer-knaur.de/buch/7778658/still-chronik-eines-moerders.

4

Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
Ein trauriger Erfolg fällt mir ein, zum Glück nicht meiner: Im Zuge eines Kindergeburtstages als einziger Erwachsener beim Sackhüpfen mitmachen, und dann Erster werden.

5

Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag im letzten Jahr?
Salz auf meinen Wunden, denn meine schönste Buchhandlung hat heuer zugesperrt…
Und liebster Verlag? Das hängt für einen Autor einfach grundsätzlich von den Menschen, Bezugspersonen ab, mit denen man es das ganze Jahr hindurch, in schweren und leichten Phasen, zu tun hat – und diesbezüglich ist mir DROEMER zur Zeit, besonders Dank meinem Verleger Hans-Peter Übleis und meiner Lektorin Michaela Kenklies, eine ganz wunderbare Heimat, um nicht zu sagen: Jackpot.

6

Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Schulreform zum Beispiel. In Österreich ein Synonym für Stillstand, ewige Taktiererei, Wahlkampf-Propaganda, knallhart auf Kosten der Schüler, Lehrer, Eltern, …
Überhaupt denk ich beim Wort Reform mittlerweile mehr an Reformhaus, an Kräutertonika, um verspannte Rücken einzureiben, an Salben für die rissigen Füss, an Mundwasser und Kapseln gegen Haarausfall, spricht das Mitgenommene, Gebrauchte ein bisserl versorgen – weil mit Neugestaltung hat das rein gar nix zu tun.

7

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Über Buchhandlungen, die AUFSPERREN.

8

Welchen Fehler aus 2014 möchten Sie im neuen Jahr vermeiden?
30 in der 30er Zone wäre schon nicht so schlecht. Kurz: Allgemein Tempo rausnehmen.

9

Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
Wenn ich das nur vorher schon wüsste!

10

Welches Buch hat Ihnen 2014 besonders viel Freude gemacht?
Jetzt sollte ich die Frage wohl als Werbeplattform nützen, wäre aber gelogen, darum: „Das kleine Ich bin Ich“, und „Die Geggis“ von Mira Lobe. Es gibt nichts Besseres, um den Kinder vorzulesen.

11

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im kommenden Jahr?
Ha, jetzt kann ich ja doch offiziell Eigenwerbung machen: Eindeutig also „STILL -Chronik einen Mörders“, ab 14.1. im Buchhandel. Mein erstes Fremdgehen nach sechs Metzger-Romanen (von denen Zwei im Sommer von der ARD verfilmt wurden, und die am 12. und 19.2 2015 um 20:15h genau dort zu sehen sind – und wer das versäumt ist selber schuld 😉

12

Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
… was die bessere Hälfte (wenn überhaupt vorhanden) einer Autorin, oder eines Autors, mitzumachen hat, verdient denk ich allergrößte Aufmerksamkeit, Bewunderung und Dank.

13

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Les ich „zufällig“ die 14 und was seh ich, typisch 13: Eine Fangfrage!
Hüten werd ich mich…

14

Hier können Sie die auch beantworten:

Gestern beantwortete [Bernhard Schmid unseren Fragen [mehr…], alle Antworten finden sie gebündelt hier: [mehr…].]

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