Das letzte Buch ist ausgelesen – und was jetzt? In der Neuerscheinungsflut ist es manchmal schwer, selbst den Überblick zu behalten. Jetzt soll ein Klick auf www.mybook.de weiterhelfen: Hier gibt es Buchempfehlungen für jeden Lesegeschmack. MyBook-Geschäftsführerin Antonia Besse will, daß jeder sein Lieblingsbuch findet – und daß man dabei neue Lieblingsbücher kennenlernt.
Wir fragen Antonia Besse, früher bei Ullstein im Marketing-Team und danach verantwortlich für vorablesen.de [mehr…]:
Gibt es nicht genug Empfehlungslisten im Internet?

Bücher von Experten empfehlen
lassen
Antonia Besse: Listen gibt es zuhauf, aber ordentlich kuratierte Buchempfehlungen, die individuell auf persönliche Wünsche und Anforderungen passen, habe ich bis dato im Netz nicht gefunden. Deshalb ist die Idee zu MyBook auch total privat getrieben gewesen – es fehlte m. E. momentan einfach eine Plattform im Internet, auf der Bücher durch echte Experten empfohlen werden und dort dann auch jederzeit gekauft werden können.
Aber macht das nicht Amazon besser?
Wir gehen für unsere Empfehlungen wie im klassischen Buchhandel vor: Wir stellen Fragen (in unserem Fall über einen Fragebogen) und empfehlen dann (per E-Mail) die passenden Bücher. Damit schließen wir quasi die Lücke zwischen Online E-Commerce und klassischem Buchhandel. Deshalb sind unsere Empfehlungen nicht durch einen Algorithmus generiert, sondern einfach individuelle Empfehlungen von unserem Team an Buchexperten. Und die empfehlen aufgrund der Ergebnisse des Fragebogens und ihrer Erfahrung bzw. ihren Vorlieben… Die meisten sind ehemalige Buchhändler, Literaturwissenschaftler, Literatur-Blogger, auch eine Bibliothekarin ist dabei. Der große Unterschied zu Amazon ist, dass bei uns nicht empfohlen wird, was andere gerne lesen, sondern was sie selbst gerne lesen würden.
Und wie haben Sie diese Experten rekrutiert?
Mein bisheriges Verlagsumfeld hat mir viele Kontakte zu Spezialisten in allen Bereichen beschert. Und als die Idee mit MyBook dann in die Realisierung ging, habe ich viele dieser Kontakte genutzt. Außerdem ist die Website selbst und auch Facebook ein guter Kanal zur Rekrutierung unserer ganz unterschiedlichen Buchexperten.
Das schaffen Sie aber nicht alles allein?
Die Auslieferung für MyBook übernimmt Libri mit seinen über 3,5 Millionen lieferbarer Bücher – für MyBook wird jedes unserer Bücher ohne Mehrkosten für den Kunden wunderschön verpackt und mit einem Lesezeichen versehen – alles Dinge, die auch der klassische Buchhandel macht … im Online-Bereich aber bis dato nicht umgesetzt wurden.
Wen haben sie denn als Zielgruppe im Auge?
Die Zielgruppe ist ganz klar weiblich. Wir haben gelernt, dass vor allem Frauen Bücher kaufen – und im ersten Schritt die Seite ganz klar auf diese Zielgruppe ausgerichtet und uns auf Belletristik konzentriert. Wir werden in diesem Jahr dann auch Kinderbücher und Sachbücher für diese typische Leserin als Angebot ausbauen.
Sie haben eine bestehende Initiative übernommen – warum haben die verkauft?
Ganz so war es nicht: Tatsächlich ist die Idee zu MyBook während meiner Zeit bei Ullstein entstanden. Die ersten Ansätze dazu haben wir im Frühjahr 2013 gemeinsam mit dem Berliner Company Builder Etventure als Lean-Start-up getestet. Als klar war, dass das Konzept zu MyBook funktionieren kann, haben wir MyBook als eigenständige Gesellschaft ausgegründet. MyBook kann nur erfolgreich sein, wenn es unabhängig ist und mit allen Verlagen zusammenarbeitet. Umgekehrt wollte sich Ullstein auf sein verlegerisches Geschäft konzentrieren.
Die Fragen stellte Christian von Zittwitz







