
Kira Jennifer Flach Arévalo
Etwa 200 Besucher waren gestern Abend in die Stadtbücherei Frankfurt gekommen, um bei der Verleihung des zweiten Jugendliteraturpreises der Stadt und der Rhein-Main-Region dabei zu sein.
Bis zum 30. September 2014 konnten Kinder ab zehn Jahren und Jugendliche ihre Kurzgeschichten in drei Altersklassen einreichen und sich um drei Hauptpreise bewerben.
Birgit Lotz, Leiterin der Zentralen Bibliotheken in Frankfurt, begrüßte die Gäste und wies darauf hin, dass etwa 1.700 Menschen täglich in die Stadtbücherei kommen.
Jurymitglied und Autor Jannis Plastargias und Journalist Fabian Stanco führten durch den Abend.
Insgesamt wurden 48 Beiträge eingereicht – zum ersten Wettbewerb 2012 waren es noch 17. Beim zweiten Durchgang stieg die Zahl der teilnehmenden Schulen von zwei auf sieben. Auch die Gruppe der Unterstützer ist gewachsen, mittlerweile sind es 16 Institutionen und Stiftungen, die sich für den Frankfurter Jugendliteraturpreis – kurz JuLiP – engagieren. Damit ist er zu einem Gemeinschaftsprojekt geworden [mehr…].
„Der JuLiP möchte jungen Menschen eine Plattform bieten, um die eigene Stimme zu finden und Selbstvertrauen zu gewinnen“, erklärte Projektleiter Levend Seyhan. Auf ein bestimmtes Thema wurde verzichtet – man wollte das freie Schreiben nicht eingrenzen.
Die jeweils drei Besten in den Altersgruppen zehn bis dreizehn Jahre, 14 bis 17 Jahre und über 17 Jahre lasen fünfminütige Passagen aus ihren Geschichten vor. Dabei ging es um Verlust, Vergessen, Geister, Tod, Abschied, Freundschaft, Liebe, einen geplanten Suizid. Erstaunlich war dabei, wie intensiv sich die jungen Menschen mit oft so schwierigen Sujets auseinandersetzten.
Einige der jungen Autorinnen – und erstmals auch Autoren – lasen zum ersten Mal vor Publikum, andere trugen ihre Texte schon fast wie Profis vor und konnten bereits auf Veröffentlichungen verweisen.
In der Kategorie zehn bis dreizehn Jahre kam Kira Jennifer Flach Arévalo auf den ersten Platz, bei den Vierzehn- bis Siebzehnjährigen gewann Christina Bartholomé und bei den über Siebzehnjährigen Sarah Beicht.
Die Auswahl traf eine Jury unter Vorsitz von Autorin und Medienpädagogin Daria Eva Stanco. Weiter gehörten dem Gremium die Redaktionsleiterin des Stadtmagazins Frizz, Heidi Zehentner, die Schriftstellerin Hilke-Gesa Bußmann, der Autor und Journalist Marc Rybicki und Jannis Plastargias an.
An der Veranstaltung nahmen auch zwei Gewinnerinnen des ersten JuLiP teil. Stolz teilten sie mit, dass ihre Bücher inzwischen auf dem Weg zu Verlagen seien.
Während sich die Erstplatzierten über einen Scheck in Höhe von 150 Euro, einen Präsentkorb mit Büchern und Süßigkeiten und eine Urkunde freuten, nahmen die Zweit- und Drittplatzierten Schecks in Höhe von 100 bzw. 50 Euro und ebenfalls Präsentkörbe mit nach Hause.
Außerdem wurden zwei Ehrenpreise vergeben – sie sind als Ermutigung gedacht.
Die Veranstaltung wurde musikalisch vom Violin Duo Divites – Marta Danilkovich und Vladimir Bodunov umrahmt.
Auch zur zweiten JuLiP-Auflage erschien ein Band mit 45-Teilnehmer-Geschichten – stolz nahmen die jungen Autoren das über 200-seitige Taschenbuch mit.
Der Wettbewerb wird weitergeführt, so viel ist schon sicher.
JF