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Berlin: Buchpräsentation von „Adolf H.“ im Haus der Wannsee-Konferenz

Buchpräsentation an symbolträchtigem Ort: Im Vestibül der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin stellte der Historiker Thomas Sandkühler (Foto) gestern Abend vor einem überwiegend erwachsenen Publikum sein Jugendbuch Adolf H. – Der Lebensweg eines Diktators (Hanser)vor.

Zu dem Buch hätten ihn Fragen seiner jüngeren Tochter Katja angeregt, betonte Sandkühler, der an der Humboldt Universität Geschichtsdidaktik lehrt. Auf einer langen Autofahrt habe sie – damals noch Schülerin der Mittelstufe – ihren Vater gründlich über Hitler ausgefragt und ihn dann aufgefordert das Gesagte doch einmal für jugendliche aufzuschreiben.

Sandkühler möchte seinen Lesern einen allgemein verständlichen Einstieg bieten. Er zeige Hitler als Person des 20. Jahrhunderts. Dabei gehe es nicht nur um die Person Hitlers, sondern auch um dessen mediale Inszenierung und die Einbindung seines Privatlebens in den gesellschaftlichen und politischen Kontext, sagte er im Gespräch mit Michael Wildt, Historiker an der Humboldt Universität, der den Abend moderierte.

Auf dem Podium saßen außerdem die Zehntklässlerin Josefine Kreutzmüller und Julia Sandkühler. Die Tochter des Autors sprang für einen weiteren jugendlichen Rezensenten ein, der seine Teilnahme wegen Krankheit absagen musste.

Rezensentin Josefine Kreutzmüller bescheinigte dem Autor einen flüssigen, einnehmenden Stil. Sandkühler sei ein guter Mix aus persönlichen Fakten über Hitler und historischem Hintergrundwissen gelungen. Einige Stellen hätten allerdings einen lexikalischen Charakter, kritisierte sie. „Ich musste sie zweimal lesen, um sie zu verstehen.“ Dennoch erkläre das Buch die Zusammenhänge auf gelungene Art und Weise. Da viele Jugendliche nach ihrer Einschätzung nur ein Halbwissen über Hitler haben, empfahl Josefine Kreutzmüller das Buch als Ergänzung zum Geschichtsunterricht. Dem stimmt auch Julia Sandkühler zu. In der Schule würden nur Fakten aneinandergereiht, Privates über Hitler erfahre man kaum.

Adolf H. sei ein Jugendbuch auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft, hob Michael Wildt hervor.

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