Der mit 20.000 Euro dotierte Kleist-Preis des Jahres 2015 geht an die Berliner Autorin Monika Rinck. Bekannt geworden ist sie durch Lyrik-Bände wie zum fernbleiben der umarmung, Helle Verwirrung und Honigprotokolle. Im März erschien ihre Essaysammlung Risiko und Idiotie. Streitschriften, wiederum bei Kookbooks in Berlin.
Monika Rinck sei eine „Meisterin aller Tonlagen“, so die Begründung. „Rincks Registerreichtum ist so stupend wie ihr Witz. Ihre Texte können alles zugleich sein: virtuos und gelehrsam, berührend und pointenreich, humorvoll und melancholisch.“ Monika Rincks Werk wurde mehrfach bereits ausgezeichnet, u.a. mit dem Berliner Kunstpreis-Literatur 2012 und dem Peter-Huchel-Preis 2013.
Der Kleist-Preis wird Monika Rinck am 22. November in Berlin während einer Matinée im Berliner Ensemble übergeben, die Claus Peymann inszenieren wird. Die Laudatio hält Heinrich Detering, der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er hat –als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson –Monika Rinck in alleiniger Verantwortung, der Tradition des Kleist-Preises gemäß, zur Preisträgerin bestimmt.
Das Preisgeld geben die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kultur der Länder Berlin und Brandenburg. Der Kleist-Preis hat eine lange Tradition. In den zehner und zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden u.a. Hans Henny Jahnn, Bertolt Brecht, Robert Musil oder Anna Seghers ausgezeichnet. Nach der Wiederbegründung des Preises 1985 hießen die Preisträger u.a. Alexander Kluge, Thomas Brasch, Heiner Müller, Ernst Jandl, Monika Maron, Herta Müller, Hans Joachim Schädlich, Matin Mosebach, Gert Jonke, Daniel Kehlmann, Wilhelm Genazino, Arnold Stadler, Sibylle Lewitscharoff, Navid Kermani, Katja Lange-Müller und zuletzt Marcel Beyer.