
Der Dresdner Buchverlag trauert um seinen Autor Rolf Bergmann, der am 1. Mai 2015 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren verstarb.
Rolf Bergmann wurde 1942 in Dresden geboren. Mit achtzehn verließ er seine Heimatstadt und kehrte erst nach 45-jähriger westlicher „Wanderschaft“ zurück. Die Orte, an denen er längere Zeit gelebt hat – Frankfurt am Main, München, Heidelberg, Mannheim und wieder Frankfurt – boten ihm Stoff für Romane und Erzählungen.
1977 debütierte Bergmann mit „Cuba libre in Benidorm“, einem satirisch-kritischen Roman über die Tourismusbranche, in der er selbst gearbeitet hatte. Das Taxifahrermilieu, das Bergmann ebenfalls aus eigenem Erleben kannte, porträtierte er in seinem Taxi-Krimi „422“. Der Roman „Damals im Roten Kakadu“ (2005) knüpfte schließlich autobiografisch an die Jugend- und Rock’n’Roll-Zeit des Autors auf dem Weißen Hirsch in Dresden an. Bis zuletzt hat er an einer Fortsetzung des Buches geschrieben.
Der Dresdner Buchverlag gab 2014 Bergmanns Mallorca-Krimi „Das mallorquinische Wagenrad“ (EDITIA) heraus. Des Weiteren veröffentlichten wir einige seiner Kurzgeschichten, die in dem Erzählband „Drei Worte“ (2011) des Dresdner Literaturner e. V. enthalten sind. Und auch in der nachfolgenden Anthologie der Dresdner Literaturner („Alles findet sich“), die erst im März 2015 in unserem Imprint zwiebook erschien, ist er mit Erzählungen vertreten.
Wir würdigen Rolf Bergmann als einen erfahrenen und unermüdlich arbeitenden Schriftsteller, der bis zuletzt sein Wissen und Können auch zur Ausbildung des literarischen Nachwuchses in Dresden einsetzte. So war er Vorstand des Schriftstellervereins Dresdner Literaturner e. V., dessen Mitglieder er als Mentor und Lektor beriet.