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Berlin: Schweizer Verlage präsentierten sich in der Botschaft

Schönes Ambiente, angeregte Gespräche: Der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) hatte gestern zu einem „Auftritt-Schweiz“ – Pressetag in die Schweizerische Botschaft in Berlin eingeladen.

Rund 50 Journalisten, Blogger und Rezensenten hatten sich angemeldet, um sich aus erster Hand über die Programme von 15 Verlagen zu informieren oder die Menschen hinter den Büchern persönlich kennenzulernen. Der Saal der Botschaft – mit Blick auf den Hauptbahnhof – bot eine schöne Kulisse für die Büchertische. Mit dabei waren Baobab Books, Bohem Press, Der gesunde Menschenversand, Diogenes, Dörlemann, Elster Verlag, Lars Müller Publisher, Limmat, Nagel & Kimche, Nimbus, Orell Füssli, Rotpunktverlag, Scheidegger & Spiess, Schwabe und Werd & Weber. Die Nachfrage der Verlage sei so groß gewesen, dass die Plätze ausgelost werden mussten, sagte SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf.

Ebenso heiter wie charmant moderierte Thomas Böhm, 2014 Kurator von „Auftritt Schweiz“ auf der Leipziger Buchmesse, die Gespräche mit den Verlegern über ihre Schwerpunkte und ihre Herbstnovitäten. Baobab-Verlegerin Sonja Matheson kündigte ein schön gestaltetes Buch des persischen Autors Babak Saberi an, für dessen Illustration Mehrdad Zaeri gewonnen werden konnte. Der Künstler, der heute in Mannheim lebt, stammt ebenfalls aus dem Iran.

Am Tisch nebenan zeigte Bohem – Pressesprecher Tomas Rensing, Bilder von Carll Cneut. Der flämische Künstler, der unter anderem mit dem Hans Christian Andersen Preis für Kinderliteratur ausgezeichnet wurde, hat für das Herbstprogramm Anna Castagnolis Geschichte Der goldene Käfig farbenfroh illustriert. Mitgebracht hatte Rensing auch das Malbuch, das zum Bilderbuch erscheint. Eine gute Idee.

Ronny Förster, Pressesprecher für das Orell Füssli Kinderbuch freut sich schon sehr auf das Erscheinen von Kathrin Schärers Der Tod auf dem Apfelbaum bei Atlantis. Orell Füssli will in diesem Herbst im Kinderbuch expandieren Unter anderem wird der Klassiker Die lustigen Abenteuer des Rösslein Hü, erzählt von Ursula M. Williams, neu aufgelegt.

Auch sonst haben die Schweizer viel zu bieten. Bei Diogenes erscheint ein neuer Thriller Martin Walker Made in Germany, bei Schwabe, dem Experten für Geistes- und Kulturgeschichte, wird sich unter anderem der Zürcher Professor Urs Marti-Brander mit Rousseaus Schuld befassen, für Limmat hat Hannes Binder die Erinnerungen Friedrich Glausers an die Anfänge von Dada in Szene gesetzt. „Und Dominique Noguez zeigt mit Lenin dada, dass Lenin schon ein Dadaist war, bevor Dada da war“, freute sich Verleger Erwin Künzli. Zum Jubiläum „100 Jahre Dada“ im Jahr 2016 werden übrigens bei Nimbus die vergriffenen Monografien zu Hugo Ball und Emmy Hennings neu aufgelegt.

Dirk Vaihinger, Verlagsleiter von Nagel & Kimche, hat im Herbst sogar einen Titel des gestrigen Gastgebers im Programm. Der scheidende Botschafter Tim Guldimann zieht in Aufbruch Schweiz! Bilanz seiner Diplomatenkarriere. Viel verspricht sich Vaihinger auch von Ari Turunens Kann mir bitte jemand das Wasser reichen? Eine kurze Geschichte der Arroganz.

Wesentliches Gesprächsthema am Rande waren die Probleme der Schweizer Branche durch die Aufwertung des Franken und die Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse. Wie berichtet haben Diogenes und Dörlemann ihren Stand in diesem Jahr abgesagt [mehr…]. Während Diogenes ganz fernbleibt, wird Sabine Dörlemann einen Tisch am Stand des SBVV haben.

Den Schweizern macht nicht nur der Frankenkurs zu schaffe. „Wir stehen auch wegen der fehlenden Preisbindung unter Druck“, so Dani Landolf. Die Verlage versuchten den Standortnachteil dadurch auszugleichen, dass sie in Deutschland noch bekannter werden. Dazu sei der von Tatjana Kirchner, Kirchner Kommunikation angeregte und bestens organisierte Pressetag ein willkommener Anlass. Viel verspreche man sich in der Schweiz auch von einer Initiative des Bundes, die den Schweizer Verlagen „ein bisschen Sauerstoff in diesen schwierigen Zeiten zuführen soll“, so Landolf. In der kommenden Woche stimmt das Parlament darüber ab, ob die Regierung zwei Millionen Franken für die strukturelle Unterstützung professioneller Verlage bewilligt.

Sie habe im Herbst das Buch zum Thema im Programm, sagte Sabine Dörlemann augenzwinkernd. Bankrott von Pierre Bost.

ml

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