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30 Jahre Die Andere Bibliothek in 100 Objekten

Die Andere Bibliothek

Eine Buchreihe, die sich 30 Jahre am Markt behauptet hat, muss herausragende Qualitäten haben. Diese herausragenden Qualitäten der Anderen Bibliothek wurden am vergangenen Freitag auf dem Kolloquium der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) unter dem Titel „Das schöne Buch als Ereignis und Inszenierung“ [mehr…] von verschiedenen, bislang ungewöhnlichen und zudem überraschenden Seiten betrachtet.

Den Einführungsvortrag hielt Dr. Wilhelm Haefs (LMU), anschließend diskutierte der Typograph und Buchgestalter Friedrich Forssman (Kassel) über die „Schwarze Kunst“ und Die Andere Bibliothek“. Die Vorträge von Dr. Gustav Frank (LMU) – „Die Sichtbarkeit der Literatur in der Anderen Bibliothek“ – und von Prof. Dr. Christof Windgätter (BTK Hochschule für Gestaltung Berlin) – „Same same but different? Betrachtungen der Anderen Bibliothek“ – machten deutlich, welches Potential in der Tiefenbetrachtung dieser „weltweit einzigartigen Buchreihe“ (Die Zeit) noch zu entdecken ist. Die Beiträge werden veröffentlicht.

Im Anschluss an die Vorträge wurde länger diskutiert, sodass die feierliche Eröffnung der mit dem Kolloquium verbundenen Exposition erst nach 18 Uhr stattfinden konnte. Die von Studierenden der Buchwissenschaft der LMU unter Leitung von Wilhelm Haefs und dem Münchner Publizisten und Dozenten Rainer Schmitz organisierte Ausstellung stellt Die Andere Bibliothek in 100 Objekten dar. Sie unterteilt nicht in Greno/Enzensberger– und Nach-Greno/Enzensberger-Epoche, sondern zeigt das Unternehmen als Ganzes, als Kontinuum. Die Einteilung der Vitrinen folgt editorischen Strukturen: Poesie, Reise, Reportage, Gegenwartsliteratur, Märchen, Wiederentdeckungen und Prachtbände der Folioausgaben.

Natürlich sind dem Band 1 der Anderen Bibliothek, erschienen am 18. Januar 1985, und den Machern – Franz Greno und Hans Magnus Enzensberger – mit heute selten gewordenen Materialien zwei Vitrinen gewidmet. Unübersehbar sind die unterschiedlichen Aspekte der Typographie und Rückengestaltung sowie besonders auffällige Einbände und herausragende Innenausstattungen wie Vorsätze, Fotografie und Illustration. Fadenheftung, Kapitale und Lesebändchen sind selbstverständlich. Die ins Detail gehenden Objektbeschreibungen geben zudem den Blick frei auf das große Rad, das seit 30 Jahren Monat für Monat gedreht wird: Jeder einzelne Band der Anderen Bibliothek ist nicht nur ein individuell künstlerisch/ästhetisch gestaltetes Gebrauchsbuch, sondern auch ein Meisterwerk der Koordination und Herstellung.

Neben den beispielhaft ausgewählten Büchern ist eine bunt gestaltete Litfaßsäule zu 30 Jahre Die Andere Bibliothek ein Blickfang im Foyer der Universitätsbibliothek.

Die Ausstellung läuft noch bis 9. Oktober im Foyer (Ausleihhalle) der Universitätsbibliothek der LMU, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 09 bis 22 Uhr www.ub.uni-muenchen.de.

© Fotos: Jennifer Maurer und Gina Kacher

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