
DAMALS – Das Magazin für Geschichte berichtet jeden Monat über spannende Geschichtsthemen. In jeder Ausgabe gibt es zahlreiche Rezensionen von Büchern, Hörbüchern und Filmen. Seit Jahren zeichnet die Redaktion gemeinsam mit einer prominent besetzten Jury zudem die besten historischen Sachbücher des Jahres aus.
Hier fünf der Rezensionen aus dem neuen Heft:
Was war Roms Erfolgsrezept? Die Frage beantwortet Greg Woolf in seiner „Biographie eines Weltreichs“. Dass dazu auch die Bereitschaft zum Gebrauch von Gewalt gehörte, wird weniger sympathisch anmuten als die Tatsache, dass Rom auf Integration und Identitätsangebote setzte. Sehr empfehlenswert findet Uwe Walter dieses Buch.
Greg Woolf Rom. Die Biographie eines Weltreichs (Klett-Cotta)
Die Geschichte der Kreuzzüge aus der Perspektive der arabischen Geschichtsschreibung legt Paul M. Cobb vor. Deutlich wird, wie wenig die arabischen Chronisten von den Christen wussten –so wenig wie die lateinisch schreibenden Zeitgenossen von den Muslimen. Bernd Schneidmüller ist beeindruckt davon, „wie sehr mittelalterliche Christen und Muslime aneinander vorbei dachten“.
Paul M. Cobb Der Kampf ums Paradies. Eine islamische Geschichte der Kreuzzüge (Zabern)
Zwischen 1450 und 1700 befand sich Europa fast fortwährend im Krieg. Lauro Martines stellt das Leid der kämpfenden Soldaten und der von ihnen heimgesuchten Bevölkerung eindrucksvoll in den Mittelpunkt seiner Studie, wie Michael Erbe anerkennend vermerkt.
Lauro Martines Blutiges Zeitalter. Europa im Krieg 1450−1700 (Theiss)
Auch Adam Tooze fragt nach dem Zusammenhalt einer Gesellschaft, doch er widmet sich der Zeit zwischen 1916 und 1931. Eine globale Welle der Demokratisierung und der internationalen Zusammenarbeit macht er aus und setzt damit die Weimarer Republik in ein neues Licht. Von Tim B. Müller
Adam Tooze Sintflut. Die Neuordnung der Welt 1916−1931 (Siedler)
Herausragend findet Rainer Hering Buch und Film von Walter Manoschek, dem es gelang, Adolf Storms zu interviewen. Dieser war an Massenerschießungen der SS im Burgenland beteiligt. Akribisch recherchiert Manoschek den gesellschaftlichen und juristischen Umgang mit den Verbrechen: Storms wurde nie zur Rechenschaft gezogen.
Walter Manoschek „Dann bin ich ja ein Mörder!“ Adolf Storms und das Massaker an Juden in Deutsch Schützen (Wallstein)