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Buchmesse-Plakatwettbewerb: Maskenbuch, Wimmelbild und typografische Inseln

Prof. Jean-Claude Hamilius, Juliane Zieher
und Niat Hadgu mit ihrem Siegerentwurf

Heute präsentierten die Initiatoren des Plakatwettbewerbs junger Gestalter für den diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, Indonesien, die zehn besten Arbeiten im Foyer des Frankfurter Museum Angewandte Kunst (MAK).

Die Organisatoren des Wettbewerbs hatten zu seiner zehnten Auflage erstmals Hochschulen aus ganz Deutschland eingeladen, den Ehrengast mit entsprechenden Plakaten willkommen zu heißen. In den Vorjahren waren nur Studierende aus dem Rhein-Main-Gebiet beteiligt.

Simone Bühler, Leiterin des Ehrengast-Programms der Frankfurter Buchmesse, unterstrich: „Dieser Wettbewerb ist uns seit 2006 eine Herzensangelegenheit.“ Sie dankte den Partnern Stadt Frankfurt, Organisationskomitee des Ehrengastes und Museum Angewandte Kunst.

„Die regional gestartete Initiative hat sich nun zu einer bundesweiten entwickelt und ist zu einer Herausforderung für die Jury geworden“, stellte Martin Hegel, Leiter der Abteilung Kommunikationsdesign am MAK, fest.
Studierende aus 22 Hochschulen beteiligten sich mit 299 Arbeiten. Erstmals wurde online ein Pre-Voting mit 90 Vorschlägen durchgeführt, bei dem die Mitglieder der Jury – Vertreter der Frankfurter Buchmesse, des Organisationskomitees Indonesien, des MAK, des Kulturamts der Stadt Frankfurt und des Deutschen Designer Clubs – ihre 15 Favoriten ins Internet-Rennen schickten. In der nächsten Runde blieben zunächst 30 Plakate in der Wertung, in der letzten Auslese wurden die drei Siegerplakate und weitere sieben Entwürfe gekürt.

Beim Rundgang erklärte Martin Hegel die Entscheidungen der Jury. So sei auf dem Siegerplakat Die Leserin, dass eine junge Frau zeigt, deren Gesicht von einem Maskenbuch verdeckt ist, die Aufgabe, den Ehrengast zur Buchmesse willkommen zu heißen, sehr gut gelöst worden. „Die Leserin hinter dem Maskenbuch wird in diesem sehr privaten Moment des Lesens gezeigt und förmlich vom Inhalt des Buches verschlungen“, heißt es in der Begründung der Jury. Die Gestaltung in Schwarz-Weiß harmoniere mit der Schrift in Magenta. „Vielleicht muss die Schrift für den Stadtraum noch etwas vergrößert werden“, fügte Hegel hinzu. Der Entwurf stammt von Stefanie Benz, Johanna Dahlem, Niat Hadgu und Juliane Zieher von der Hochschule Mannheim.

Auf den zweiten Platz schaffte es der Entwurf Indonesien skizziert von Katja Kandora, Hochschule Rhein-Waal. „Auf den ersten Blick sieht das schwarz-weiße Motiv wie ein Wimmelbild aus. ‚Die Zeichnung auf diesem Plakat ist gespickt mit kleinen Skizzen, die Kindheitserinnerungen wach werden lassen’, äußerte die Jury. Bei genauem Hinsehen entdeckt man, dass das Messe-Logo des Gastlandes auf gelungene Weise umgesetzt wurde. Die indonesischen Jurymitglieder konnten die vielen Details sofort dechiffrieren. Und schließlich sind die Plakate ein Willkommen für die Gäste“, erläuterte Hegel. Er wies zudem auf die gute Gewichtung zwischen Plakatmotiv und den Namen der Ausrichter des Wettbewerbs hin.

„Handgemachter Detailreichtum überzeugt im Entwurf, der den dritten Platz errang“, sagte Hegel. Ann Jansen von der HAW Hamburg schuf Typografische Inseln, die Begründung der Jury: „Dieses Plakat spiegelt das bunte Leben auf den Straßen Indonesiens wider und motiviert den Betrachter zu einer Reise in das Land der 17.000 Inseln.“
Auffallend: Auf den ersten drei Plätzen, die mit Preisgeldern von 1.500, 1000 und 500 Euro dotiert sind, landeten im diesjährigen Wettbewerb ausschließlich junge Frauen.

Auf den anderen sieben Plakaten sind sowohl klare Formen als auch humorvolle Blicke auf das Gastland und immer wieder Masken zu sehen. Die Ausstellung im Foyer des MAK wird bei freiem Eintritt bis zum 16. Juli gezeigt.
Zwei der erstplatzierten Entwürfe werden im Vorfeld der Buchmesse in Frankfurt plakatiert. Die zehn besten Plakate werden als Postkarten herausgegeben – eine Edition, die inzwischen Sammlerwert hat und sehr begehrt ist.

„Wir hoffen, dass uns in Jakarta eine Spiegelausstellung anlässlich der Indonesien Book Fair im November 2015 gelingt“, sagte Simone Bühler am Schluss des Rundgangs.

Zur Frankfurter Buchmesse werden die zehn besten Entwürfe in der Halle 4.1. ausgestellt.

JF

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