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Heinold fragt: Wer war’s?

Heute suchen wir die Namen zweier (Halb-)Brüder, die sich neben vielen anderem dem Übersetzen gewidmet und diese Kunst gefördert haben. Beide haben mit ihren Aktivitäten das literarische Leben im Deutschland der letzten Jahrzehnte entscheidend beeinflusst.

Der Vater der beiden galt schon zu Lebzeiten als Branchenlegende. Beide Brüder erlernten den gleichen Beruf – den des Vaters. Freilich trennten sie 37 Lebensjahre. Beider Mütter waren Schauspielerinnen. Als der Ältere schwerverletzt aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkam, hatte der Jüngere gerade das Licht der Welt erblickt.

Der Ältere wird in der Öffentlichkeit vornehmlich mit seiner hauptberuflichen Tätigkeit identifiziert, nämlich der Leitung und dem stetigen Ausbau der väterlichen Firma, die zu einem der Branchenpioniere in der Nachkriegszeit wurde. Dass er gleichzeitig ein glänzender Übersetzer und eine „Nummer Eins“ im Formulieren erfolgreicher Buchtitel war, ist darüber weitgehend in Vergessenheit geraten. Einige dieser Titel haben als geflügelte Worte Eingang in die Umgangssprache gefunden.

Der Jüngere hat in einem Interview einmal geäußert: „Ich habe doch fast alle Berufe“, wurde aber vornehmlich als Übersetzer wahrgenommen – kein Wunder bei insgesamt über 120 Werken, die er ins Deutsche übertragen hat, darunter viele Kinderbücher. Einen Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1926 hat er durch seine Neuübersetzung von 1996 im Klassikerhimmel auf eine noch höhere Wolke gehoben; in einer eigenen Kolumne hat er dieses Werk fortgesetzt. Sogar als Darsteller in einer beliebten Fernsehserie ist er aufgetreten. Und zusammen mit dem Vorsitzenden einer oppositionellen Bundestagsfraktion hat er aus dem intimen Briefwechsel zweier revolutionärer Klassiker öffentlich vorgelesen; davon gibt es einen Live-Mitschnitt.

„Ein Mann – ein Wort – ein Brummen“, titelte die Süddeutsche Zeitung zu seinem 60. Geburtstag kurz und bündig. Unter allen Auszeichnungen, die er erhielt, war ihm wohl die als „Ambassador“ einer bestimmten Spirituose die liebste; ganz „beiläufig“ war er aber auch ein begnadeter Vermittler der Literatur des Landes, aus dem dieses harte Getränk kommt.

Dabei hätte alles in diesem Literatenleben ganz anders verlaufen können. Er erbte nämlich 49 Prozent des väterlichen Unternehmens, dessen Namen er trug. Er trat aber nicht als Mitgeschäftsführer ein, wurde Freiberufler und verkaufte es zusammen mit seinem Bruder 1982 an einen großen Konzern.

Der ältere Bruder führte, um nicht mit dem Vater verwechselt zu werden, dessen Namen und den seiner Mutter mit Bindestrich. Das väterliche Unternehmen hat er weitgehend mitgeprägt und ihm und damit der ganzen Branche durch bemerkenswerte Innovationen ganz neue Märkte erschlossen.
Von seiner eigenen Übersetzertätigkeit war schon die Rede. Seine Witwe errichtete noch in seinem Todesjahr eine Stiftung mit dem einzigen Zweck, die Arbeit literarischer Übersetzer zu fördern und zu unterstützen. Das geschieht u.a. durch drei Preise, die alljährlich verliehen werden und von denen einer nach ihm benannt ist.

Heinold fragt: Wie lauten die Namen der beiden Brüder?

Bitte mailen Sie Ihre Lösung an: heinold@buchmarkt.de.
Unter den Einsendungen verlosen wir ein Exemplar Bücher und Buchhändler von Wolfgang E. Heinold. Einsendeschluss ist der 17. August 2015.

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