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Uli Oesterle erhält Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung

Uli Oesterle wird mit dem Comicbuchpreis 2016 der Berthold Leibinger Stiftung ausgezeichnet. Mit seinem Comic Vatermilch überzeugte er die Jury des Preises, der in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde. Er wird jährlich für einen „hervorragenden, unveröffentlichten, deutschsprachigen Comic“ vergeben und ist mit mit 15.000 Euro dotiert.

Beginnend mit dem laufenden Zyklus werden auch die Finalisten eine finanzielle Anerkennung in Höhe von 1.000 Euro von der Berthold Leibinger Stiftung erhalten. Die neun ausgezeichneten Finalisten sind:

Max Baitinger mit Röhner
Neele Bunjes mit Nepenthes
Sheree Domingo mit Wie im Paradies
Franziska Ruflair mit Ein Tag ohne Gestern
Eric Schneider mit XES
Simon Schwartz mit IKON
Burcu Türker mit Süsse Zitronen
James Turek mit Das Shangri-La Motel
Maria Ignacia Vollenweider mit Fussnoten

„Vatermilch erzählt von Vätern, die verschwinden und von Söhnen, die zu unzuverlässigen Vätern werden, zeigt Lebenswege, die ins Dunkle führen, und andere, die einen unerwarteten Neuanfang erlauben. Das Thema ist schwer und universell, Uli Oesterle geht es vielschichtig, sehr persönlich und mit einer erfrischenden Leichtigkeit in der Bilderzählung an,“ begründet Brigitte Helbling die Entscheidung der achtköpfigen Jury. „Die Geschichte spielt in München und zielt auf Weltformat, die eingereichten Materialien zeigen das Projekt an einem Punkt, wo eine Fertigstellung greifbar wird. Die Jury vergibt den Comicbuchpreis 2016 in großem Zutrauen an ein Unterfangen, das unsere Neugier gerade auch in seinem stilistisch/narrativen Aufbruchswillen geweckt hat.“

Oesterle, 1966 in Karlsruhe geboren und heute mit seiner Frau und zwei Kindern in München lebend, hat seine Bewerbungs-arbeit als fiktive Biografie seines Vaters und als eine Geschichte über Wiedergutmachung verfasst. Sein Vater verließ die Familie in den 1970er Jahren, als Oesterle sieben Jahre alt war. Während der dreißigjährigen Abwesenheit seines Vaters gab es viele Spekulationen über dessen Verbleib, niemand konnte aber mit Bestimmtheit sagen, wo er sich aufhielt. Gerüchten zufolge war er lange ohne festen Wohnsitz. Erst nach seinem Tod erfuhr der Künstler von der schweren Krankheit seines Vaters, dem Korsakow-Syndrom, das vor allem langjährige Alkoholiker trifft. Die großen Lücken in der Vita des Vaters füllte Oesterle mit erfundenen Ereignissen, dazu recherchierte er im Obdachlosenmilieu Münchens.
Oesterle ist es ein Anliegen, das schwere Thema in seinem grafischen Roman Vatermilch unterhaltsam und nicht ohne Humor zu erzählen. Vatermilch wird wahrscheinlich in zwei Bänden 2018 und 2019 erscheinen.

Die Preisverleihung mit Ausstellungseröffnung zu Vatermilch von Uli Oesterle findet am Montag, den 25. April 2016, im Literaturhaus Stuttgart statt. Anschließend wandert die Ausstellung an weitere Standorte.

www.oesterle-illustration.com
www.leibinger-stiftung.de

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