
DAMALS – Das Magazin für Geschichte berichtet jeden Monat über spannende Geschichtsthemen. In jeder Ausgabe gibt es zahlreiche Rezensionen von Büchern, Hörbüchern und Filmen. Seit Jahren zeichnet die Redaktion gemeinsam mit einer prominent besetzten Jury zudem die besten historischen Sachbücher des Jahres aus.
Hier fünf der Rezensionen aus dem neuen Heft:
Was hatte Lateinamerika mit dem Ersten Weltkrieg zu tun? Stefan Rinke beantwortet diese Frage schlüssig, wie Oliver Janz lobt. Nicht nur, dass die wirtschaftlichen Folgen der britischen Blockade einschneidend waren und die USA an Einfluss gewann, der Imageschaden, den Europa erlitt, war enorm: Nicht länger galt es den lateinamerikanischen Intellektuellen als Land des Fortschritts, was den Nationalismus beförderte.
Stefan Rinke: Im Sog der Katastrophe. Lateinamerika und der Erste Weltkrieg (Campus)
Wer nach Polen reisen möchte, dem empfiehlt Wlodzimierz Borodzeij das neue Buch von Markus Krzoska. Es bietet eine konzise Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Landes in der Zeit des Staatssozialismus und erzählt anschaulich die darauf folgende demokratische Umwälzung in Politik und Alltag.
Markus Krzoska: Ein Land unterwegs. Kulturgeschichte Polens seit 1945 (Schöningh)
Die knappe, auf wesentliche Lebensstationen konzentrierte Biographie des Gaius Julius Caesar hat Augusto Fraschetti schon 2005 geschrieben; jetzt ist sie auch in deutscher Übersetzung erschienen. Der Autor beantwortet die vieldiskutierte Frage, ob Caesar der Totengräber der Republik gewesen sei, mit einem beherzten Jein. Von Heike Talkenberger
Augusto Fraschetti: Caesar (Reclam)
Athanasius Kircher war wirklich ein erstaunlicher Mann: Er erforschte die Hieroglyphen, den Vulkanismus, die Brechung des Lichts, den Magnetismus, die Ursachen der Pest, baute automatische Orgeln, kurz, er war ein Universalgelehrter des 17. Jahrhunderts, der in manchen Erkenntnissen aber durchaus modern wirkt. Von Heike Talkenberger
John Glassie: Der letzte Mann, der alles wusste. Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher (Berlin Verlag)
Die neutrale Schweiz sah sich im Zweiten Weltkrieg von Feinden bedroht, zuallererst von Nazi-Deutschland. „Geistige Landesverteidigung“ war deshalb das Gebot der Stunde. Ein „Aufklärungsdienst“ ermittelte, was das Schweizer Volk dachte – mit spannenden Ergebnissen, wie Heike Talkenberger findet.
Jürg Schoch: Mit Aug‘ und Ohr für’s Vaterland. Der Schweizer Aufklärungsdienst von Heer & Haus im Zweiten Weltkrieg (NZZ)