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Roots. Indonesian Contemporary Art

Bambusinstallation an der Fassade
des Frankfurter Kunstvereins

Gestern Abend wurden im Frankfurter Kunstverein am Römerberg gleich zwei Ausstellungen eröffnet: Roots. Indonesian Contemporary Art und Körper-Ich: Körper im Zeitalter digitaler Technologien.

Seit drei Wochen sind Künstler aus Indonesien dabei, die spektakuläre Exposition, die mit einer aufwändigen Bambusinstallation an der Fassade des Gebäudes die Blicke auf sich zieht, aufzubauen.

„So war der Kunstverein während der Buchmesse noch nie zu sehen“, stellte Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth fest. Die Installation PohonBesar/Big Trees von Joko Avianto sei ein prägnantes Zeichen des Ehrengastes in der Stadtmitte und markiere den Kontrast zwischen dem Naturmaterial Bambus zu Stahlbeton und Glas sowie zu den historisierenden Fassaden der Umgebung.

Goenawan Mohamad, Leiter des Ehrengastkomitees, merkte an, dass es nicht leicht gewesen sei, die insgesamt 1.500 sechs Meter langen Bambusstangen nach Frankfurt zu transportieren.

„Mit dem Konzept, zwei Ausstellungen zu zeigen, die sich thematisch konterkarieren und doch miteinander in korrespondieren, schlagen wir neue Wege ein“, erklärte Franziska Nori, Direktorin des Frankfurter Kunstvereins. Die indonesischen Gastkünstler vertreten die junge Generation und verbinden Tradition mit modernen Positionen. Dabei vereinen sie politischen Diskurs, religiöse Vorstellung, Handwerkskunst und Pop-Kultur.

So sind im Haus außerdem die Arbeiten von Eko Nugroho, Jompet Kuswidananto und vom Künstlerkollektiv Tromarama, zu dem Febie Babyrose, Herbert Hans und Ruddy Hatumena gehören, zu sehen.

Eko Nugroho gestaltete die großen Wände und Fenster im Treppenhaus sowie die Böden mit ineinander verwobenen Symbolen, Mustern und Formen und zum Teil mit integrierten Texten. In seiner indonesischen Heimat initiierte er ein Kunstprojekt für Street-Art und Comic-Buchkunst.

Jompet Kuswidananto verwendete für seine Installation Power unit Schuhe, Motorradteile und Gebilde, die wie vermummte menschliche Köpfe, Hände, Füße im Raum schweben und sich zu Geräuschen bewegen.

Tromarama stellt Break A Leg aus, eine Installation aus 230 bestickten Tüchern, auf Leinen gespannt, die sich kreuz und quer durch den gesamten Raum ziehen. Dem Eingang gegenüber zeigt eine Projektionswand in Endlosschleife die Motive der Stickereien: Ein Mann in europäischer Bürokleidung läuft wiederholt auf den Betrachter zu, eine digitale Zeitanzeige überlagert diese Figur.

Zur Buchmesse erscheint ein Ausstellungskatalog zu Roots, die beiden Expositionen sind bis zum 10. Januar 2016 zu sehen und werden von einem umfangreichen Programm begleitet.

JF

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