
Norbert Schaepe wird heute 65 Jahre alt. Jutta Schiecke, die zehn Jahre lang unter seiner Leitung im Vertrieb des Aufbau Verlags gearbeitet hat und nach seinem Ausscheiden seine Nachfolgerin als Vertriebsleiterin wurde, gratuliert dem heutigen Verlagsberater zum Geburtstag:
Gerade wurde Aufbau 70, besann sich auf das Gestern, feierte das Heute und stellt das Aufbauen noch längst nicht ein. Als der Aufbau-Verlag 50 wurde, hieß sein damaliger Marketing- und Vertriebsleiter Norbert Schaepe, damals knapp 45 Jahre alt. Seine insgesamt zehn Jahre in diesem Haus liegen nun schon dreizehn für ihn sehr wechselvolle Jahre zurück. Davon keines, in dem wir uns nicht ein oder zwei Mal getroffen und über wenig anderes als eben diesen Verlag gesprochen hätten.
Gefragt nach seinem Lieblingsbuch kommt von Norbert Schaepe spontan die Antwort „… immer das erfolgreichste!“. In seiner Aufbau-Zeit waren das Strittmatters Laden, Klemperers Zeugnis und die Päpstin aller Bücher. Dass sie zu den erfolgreichsten wurden, ist zu gutem Teil sein Verdienst. Die Begegnungen mit Erwin und Eva Strittmatter, Lenka Reinerová und Stéphane Hessel zählt er zu den schönsten und bewegendsten Momenten seiner Aufbau-Zeit.

Niemanden verwundert, dass für den studierten Politologen Zeitgeschichte immer im Mittelpunkt stand. Aus Interesse für die Umwälzungen in den Neuen Bundesländern wurde Begeisterung für einen ihrer sensibelsten Chronisten, als Schaepe in Bad Salzungen die Buchpremiere von Landolf Scherzers Der Zweite erlebte und fortan kaum eine Veröffentlichung des Autors ausließ. Mir ist im Übrigen kein anderer Aufbau-Autor bekannt, der in den Genuss der legendären Kochkünste des Norbert Schaepe gekommen wäre. In diesem Jahr nennt er folgerichtig als einen der für ihn wichtigsten Titel des Verlages Scherzers Roten.
In zehn Jahren bei Aufbau war Norbert Schaepe mit niemandem per Du. Dennoch fühlen sich etliche seiner damaligen Mitarbeiter noch nach Jahren mit ihm verbunden. Es sind die gemeinsam bewältigten Wegstrecken, die solches bewirken, die Erfolgsbücher, die legendären wöchentlichen „Wetterberichte“ als Vorläufer dessen, was man heute vermutlich Business Intelligence nennt. Sonntägliche Vertretertelefonate statt langer schriftlicher Berichte, immer gut getaktet vor oder nach seiner Lieblings-Fernsehserie – so etwas kennen andere Branchen in der Führung ihres Außendienstes nicht. Norbert Schaepe stand für uns Mitarbeiter für Fairness, Verlässlichkeit und wohlwollende Distanz.
Meine Hoffnung, noch einmal an anderer Stelle, vielleicht sogar in einer anderen Branche, mit diesem klugen Analytiker und unerschrockenen Akteur zusammen zu arbeiten, hat sich nicht erfüllt. Zu sehr fühlt er sich noch immer der Welt der Bücher und ihren Machern verbunden, gibt Rat, wo solcher gewünscht wird, ereifert sich über Dinge, die man aus seiner Sicht doch schlicht und einfach besser machen könnte. Aus Norbert Schaepe ist übrigens schon lange ein Netzwerker und Internet-Nutzer par excellence geworden, während sein Büro im Verlagsgebäude am Hackeschen Markt neben den branchenüblich gut gefüllten Bücherwänden mit einem Telefon und einem Diktiergerät auskam.
Auf dem Weg zur Festveranstaltung zum Aufbau-Jubiläum nehme ich mir vor, in seiner Nähe zu bleiben. Aus purem Eigennutz, denn sein phänomenales Personengedächtnis könnte mich elf Jahre nach meinem Abschied aus der Verlagswelt vor der einen oder anderen Peinlichkeit bewahren.
Lieber Norbert Schaepe, zum 65. Geburtstag gratuliert Ihnen von Herzen
Ihre Jutta Schiecke
Wer auch gratulieren möchte: kontakt@norbertschaepe-beratung.de
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