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Michael Fehrs „Simeliberg“ aus dem gesunden Menschenversand in 4. Auflage

Ja, so heißt er tatsächlich, der kleine Verlag aus der Schweiz, genauer aus Luzern. Der Verlagsname war in den letzten Monaten immer mal wieder ein Thema. Während ein Kritiker im Literaturclub des Schweizer Fernsehens von einem „unsäglichen Kalauer“ sprach, „der ihn wahnsinnig aufrege“, meinte Denis Scheck in der Sendung Druckfrisch, auf so einen Verlagsnamen könne nur ein verrückter Schweizer kommen.

Der verrückte Schweizer heißt Matthias Burki und hat den Verlag vor 16 Jahren gegründet, mit Schwerpunkt Spoken-Word-Texte, viele davon auf Schweizerdeutsch. Mit einem derartigen Programm hat der Verlag bisher hauptsächlich in der Schweiz verkauft. Doch seit der Dichter Michael Fehr 2014 in Klagenfurt mit dem Kelag-Preis für einen Auszug aus seinem Text Simeliberg ausgezeichnet wurde, ist alles anders. Das Buch wurde in den letzten Wochen mehrmals im deutschen Fernsehen besprochen, nun steht Simeliberg auf der Krimi-ZEIT-Bestenliste, Radiostationen, Literaturveranstalter und Theatermacher sind allesamt begeistert.

Da musste der Kleinverlag aus der Innerschweiz schon mal kurz Atmen holen: Demnächst wird die 4. Auflage ausgeliefert, 7000 Exemplare wurden bereits verkauft. Und das von einem Titel, der wahrlich nicht wie ein Bestseller daherkommt. Simeliberg ist eine düstere Rhapsodie über einen Bauern, dessen Frau verschwunden ist, und über einen Gemeindeverwalter, der diesen Fall untersuchen soll. Es ist zugleich aber auch eine Geschichte über das Fremde und über die Angst davor. Und daher brandaktuell. Michael Fehr erzählt in einer kargen und kraftvollen Sprache, die nahe an der Mündlichkeit ist; das Buch ist Klangkunstwerk und Kriminalgeschichte in einem.

Informationen zum Buch: http://www.menschenversand.ch/?sect=detail&id=100121

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