
Es ist wohl die erste Kinderbuchautorin, die so geehrt wird: Im Buchmessemonat kommt ihr Porträt auf einen Geldschein – nicht in Deutschland, sondern in ihrem Heimatland. Wir schildern ihr Leben und Arbeiten und suchen nach ihrem deutschen Verlag.
Eine Legende besagt, sie habe ihr erstes, überaus erfolgreiches Buch für ihre krank darniederliegende Tochter geschrieben, die sich den Namen der Titelheldin ausgedacht hatte. Als es erschien, war bereits ein erstes Buch auf dem Markt. Dessen Manusktipt hatte den zweiten Preis im Wettbewerb eines Verlages bekommen und war von diesem herausgebracht worden.
Schon seit einigen Jahren hatte die Autorin Kurzgeschichten und Märchen in Zeitungen veröffentlicht. Es lagen schwere Zeiten hinter ihr, die ihre Heimat und den elterlichen Bauernhof in Richtung Landeshauptstadt verlassen hatte, um ihren Eltern in derem ländlichen Umfeld „die Schande zu ersparen“, dass sie von einem verheirateten Mann ein Kind erwartete. „Sie war mit 18 zum erstenmal in der Stadt, ohne Geld, ohne Job und schwanger“, umriß eine Biografien die Situation. Das Kind, einen Sohn, gab sie zunächst in einem benachbarten Land in Pflege. Als sie ihn zu sich nahm, erkrankte er. Da sie tagsüber aus dem Haus gehen mußte, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, brachte sie ihn zu ihren Eltern aufs Land, heiratete aber ihren Bürochef und nahm nahm das Kind wieder zu sich.
Das zweite Kind – jenes Mädchen, das sich eine Buchheldin ausgedacht hatte, die weltberühmt werden sollte – kam ehelich zur Welt. Aber die Autorin hatte neue Probleme. Ihr Mann und ehemaliger Bürochef war ihr untreu und litt an Alkoholsucht. „Beim Schreiben war ich unerreichbar für alle Sorgen“, hat sie einmal gesagt; in dieser Einstellung ist wohl einer der Schüssel für ihren Welterfolg zu finden.
„Ich liebte die Kinder mehr als die Männer“ – nicht nur ihre Kinder, sondern alle Kinder – hätte sie sonst so zauberhafte Kinderbücher schreiben können?
Erst als sie 70 Jahre alt war, machte eine Biografie öffentlich, dass sie ihren eigenen Sohn zunächst nicht selbst aufgezogen hat. Die Nachricht löste allgemeine Überraschung aus, gilt sie doch bis heute – mit Recht – als Vorkämpferin für das Recht von Kindern auf Liebe und freie Entfaltung. „Ob ein Kind zu einem warmherzigen, offenen und vertrauensvollen Menschen heranwächst oder aber zu einem gefühlskalten, destruktiven, egoistischen Menschen, das entscheiden die, denen das Kind in dier Welt anvertraut ist, je nachdem, ob sie ihm zeigen, was Liebe ist, oder aber dies nicht tun“, hat sie anlässlich einer Preisverleihung einmal in Frankfurt am Main geäußert.
Sie selbst hat eine glückliche Kindheit gehabt und daraus bis in hohe Alter für ihre schriftstellerische Arbeit geschöpft. Besonders ihren Vater hat sie geliebt; bestattet wurde sie in der Kinderheimat neben ihren Eltern.
Konsequent blieb sie – und auch das wohl ist ein Grund für ihren Erfolg – ihren Verlagen treu – dem in ihrer Heimat, bei dem bereits ihr erstes Buch erschien, und auch ihrem deutschen Verlagshaus, dessen Verlegerin ihr zur Freundin geworden war.
Heinold fragt: Wie heißt der deutsche Verlag?
Bitte mailen Sie Ihre Lösung an: heinold@buchmarkt.de. Unter den Einsendungen verlosen wir ein Exemplar Bücher und Buchhändler von Wolfgang E. Heinold. Einsendeschluss ist der 19. Oktober 2015.