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Wie war Ihr Jahr, Tim Jung?

Tim Jung (© Frank Krems)

Seit dem 6. Dezember (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6.1. 2016 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Unseren „anderen“ Fragebogen beantwortet heute Atrium-Verlagsleiter Tim Jung.

1.

Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?
Der 11. September, den meine Frau Britt und ich uns ganz gezielt ausgesucht haben, um endlich zu heiraten.

2.

Worüber haben Sie sich 2015 am meisten geärgert?
Über Platz 24 für Jenny Rognebys Leona. Der Titel gehört unter die Top Ten.

3.

Was war 2015 Ihr schönster Erfolg?
Den Verlag auf Wachstumskurs zu halten. Nachdem 2014 für Atrium das bisher beste Jahr war, werden wir dieses Ergebnis 2015 noch mal übertreffen. Ganz besonders freut mich zudem, dass es immer noch besser gelingt, dem Publikum vor Augen zu führen, dass Erich Kästner nicht nur einzigartig, sondern auch unverzichtbar ist. Außerdem die Tatsache, dass Sven Hanuschek die außergewöhnliche Geschichte des Verlags aufgeschrieben hat (Und natürlich Platz 24 für Jenny Rognebys Leona).

4.

Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
Ich war schon wieder nicht in der Schweiz.

5.

Ihr liebster Verlag?
Schönste Buchhandlung: Die Kinder auf der Decke im Vorgarten an der Liebermannstraße, die dort im Sommer ihre alten Kinderbücher angeboten und mich im Handumdrehen dazu gebracht haben, alles restlos aufzukaufen. Liebster Verlag: Atrium (etwas anderes zu behaupten würde zwar ehrenhafter wirken, wäre aber gelogen).

6.

Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Über die drollige Annahme, dass die – in manch anderer Hinsicht hochinteressante – Auswertung von Leserdaten zu besseren Büchern führen könnte.

7.

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Warum Verlage unverzichtbar bleiben, insbesondere in einer zunehmend digitalen Welt.

8.

Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im neuen Jahr vermeiden?
Auf Biegen und Brechen so schnell wie möglich heiraten zu wollen, ungeachtet aller organisatorischen und bürokratischen Hürden.

9.

Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
Auf Biegen und Brechen andere Ideen umzusetzen. Zum Beispiel ein brandneues Kästner-Stück auf große und kleine Bühnen zu bringen.

10.

Welches Buch hat Ihnen besonders viel Freude gemacht?
Federico Axat, La última salida. Hat sich, nachdem ich die deutschen Rechte im April für Atrium gesichert hatte, in mittlerweile 23 weitere Länder verkauft, und es werden immer noch mehr. Kommt bei Atrium Anfang 2017.

11.

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?
Da bin ich selbst sehr gespannt.

12.

Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Thomas Kästner.

13.

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Worauf kommt es jetzt an?

14.

Hier können Sie die auch beantworten:
Erstens: Gunnar Cynybulk hat erst kürzlich in einem hervorragenden Artikel darauf hingewiesen, dass wir engagierter als bisher vermitteln müssen, warum es ohne Verlage nicht geht. Dazu haben wir zwar die besten Argumente, müssen diese aber selbstbewusster in die Öffentlichkeit tragen. Zweitens: Wir brauchen eine möglichst heftige Ladenpreisdiskussion. Bücher sind in Deutschland viel zu billig. Drittens: Wo bleibt die landesweite kreative Handelsoffensive, die die hochnotpeinliche „Vorsicht Buch!“-Kampagne vergessen macht und ihr eigentliches Ziel erreicht?

Gestern antwortete Anette Philippen, [mehr…]; morgen antwortet Steffen Haselbach

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