
Gestern Abend hatte der Verlag Schöffling & Co. Buchhändler aus Frankfurt und Umgebung in seine Räume in die Kaiserstraße 79 zu einer Lesung eingeladen.
„Wir wollten den Spieß einmal umdrehen und Buchhändlern, die üblicherweise die Lesungen organisieren, zu einem Abend mit einem Autor, der vorab nicht genannt wurde, in unseren Verlag einladen“, erläuterte Carolina Lôpez, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Idee.
Rund 20 Buchhändler aus dem Raum Frankfurt waren dieser Einladung gefolgt. Zunächst führte Silke Tabbert von der Verlagsleitung die Besucher durch die Räume und erläuterte kurz die Tätigkeiten der einzelnen Mitarbeiter. Der Verlag hat seit über zehn Jahren sein Domizil in der ersten Etage des schönen Hauses, das Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde und zu den Kulturdenkmälern Frankfurts gehört. Auf rund 300 Quadratmetern sind zehn Mitarbeiter tätig.
Außerdem ist der Verein Frankfurt liest ein Buch räumlich integriert.
Nach dieser Führung begrüßte Verlegerin Ida Schöffling die Buchhändler. Inzwischen war auch klar, wer der Autor des Abends war: Lektorin Sabine Baumann stellte Aleš Šteger vor. Šteger veröffentlichte 2013 im Schöffling-Verlag den Gedichtband Buch der Körper und legt nun seinen ersten Roman Archiv der toten Seelen vor, das Buch wird am 1. März erscheinen.
Aleš Šteger las sowohl Lyrik als auch Passagen aus seinem Romandebüt. 1973 in Slowenien geboren, studierte Šteger vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik in Ljubljana, seiner jetzigen Heimatstadt. Er spricht gut Deutsch und konnte so die vielen Fragen der interessierten Zuhörer im anschließenden Gespräch ausführlich beantworten. Außerdem berichtete er über sein Heimatland – er wuchs mit Weltliteratur auf, übersetzte Werke von Pablo Neruda, Gottfried Benn, Peter Huchel und Ingeborg Bachmann ins Slowenische und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Die im Schöffling-Verlag erschienen Bücher von Aleš Šteger wurden von Matthias Göritz ins Deutsche übertragen.
Šteger hält sich zurzeit in Köln auf und kuratiert das zweite Literaturfestival Poetica, das vom 25. bis zum 30. Januar stattfinden wird.
In gemütlicher Runde saßen Buchhändler und Verlagsmitarbeiter noch lange beisammen – dieser Abend war ein gelungener Auftakt für eine gute Kooperation beider Sparten im Jahr 2016.
JF