
Heute wurde im Rahmen des Duesseldorf Photoweekend 2016 in der Buchhandlung Müller & Böhm im Heine Haus eine Ausstellung mit 30 Fotografien von Dieter Eikelpoth eröffnet. Auch Michael Köhlmeier wurde von ihm porträtiert, er würdigte den Künstler in seiner Ansprache als „genialen Fotografen“.
„Es hat mir sehr gut getan, diesen Mann bei der Arbeit zu begleiten“, so Michael Köhlmeier über die Begegnung in Dieter Eikelpoths Atelier, „ich hatte nämlich eine Rechtfertigung für mein eigenes Vorgehen beim Schreiben gesehen. Die Menschen, über die ich schreibe, sind während des Schreibens Material. Man kann es drehen und wenden, wie man will, während des Schreibens habe ich nur Wörter zur Verfügung und sonst nichts. Ein Gefühl ohne Worte ist für die Literatur unbrauchbar wie ein Gesicht ohne Schatten und Licht für die Fotografie.“
Er sei während der Zeit in Dieter Eikelpoths Atelier gespalten gewesen, erinnerte sich Michael Köhlmeier: „Ich war Objekt und ich war Zuseher. Ich war Zeuge, wie Kunst entsteht. Nämlich aus einem eklatanten, eigentlich skandalösen Widerspruch heraus: Der Künstler, der mit Menschen zu tun hat, benötigt ein Maximum an Empathie. Zugleich aber muss er frei sein – aller Empathie.“
Dieter Eikelpoth, 1950 in Düsseldorf geboren, arbeitete mit vielen bekannten Persönlichkeiten zusammen, u.a. mit seinem Jugendfreund Marius Müller-Westernhagen (Versuch dich zu erinnern, 2004 Steidl Verlag). Im September 2015 ist Dieter Eikelpoth nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.
Seit 2013 arbeitete er gemeinsam mit Buchhändler Rudolf Müller an einem neuen Projekt: Er fotografierte Schriftsteller, die im Heine Haus auftraten, in seinem Studio. Das erste Porträt war von Hans Joachim Schädlich. Die Ausstellung, die noch mit ihm abgesprochen war, sollte einen Zwischenstand von ca. 30 Porträts zeigen, nun bleibt sie Vermächtnis. Sie zeigt u.a. Jérôme Ferrari, Olga Grjasnowa, Judith Hermann, Ursula Krechel, Peter Kurzeck, Norbert Scheuer und Peter Waterhouse und läuft noch bis zum 12. März (Mo.- Sa. von 12—17 Uhr).