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Kinder besuchen Henrich Druck + Medien in Frankfurt

Matthias Thieme führt durch den Betrieb

Unter dem Titel Text unter Druck hat das Kindermuseum Frankfurt heute im Rahmen seiner Reihe Kindermuseum vor Ort in die Henrich Druck + Medien GmbH eingeladen. Ein Besuch, der gut zur gegenwärtigen Ausstellung Schrift:stellen & Zeichen:setzen des Museums passt.

Im Kindermuseum gibt es eine eigene Druckwerkstatt, in der Mädchen und Jungen lernen können, wie gedruckt wird – mit großen und kleinen Lettern im Handsatz.

Museumspädagogin Martina Dehlinger begrüßte Emily und Saanvi, die beiden Mädchen waren mit ihren Müttern zum Druckbetrieb gekommen. Produktionsleiter Matthias Thieme erzählte zunächst etwas über das 1913 gegründete Unternehmen, das in der vierten Generation als Familienbetrieb mit 35 Mitarbeitern tätig ist.

Aus Henrich Druck wurde in den 1990er Jahren mit dem Umzug an den heutigen Standort die Henrich Druck + Medien GmbH. Angefangen hat die Druckerei mit einer Tageszeitung, inzwischen ist es ein vollstufiger Betrieb, der sogar Hörbücher produziert. Außerdem werden Fachzeitschriften, Karten und Bücher hergestellt, mitunter in Kooperation mit anderen Betrieben.

Henrich Druck + Medien bildet auch aus, zurzeit gibt es einen Azubi Medientechnologe Druck, einen künftigen Mediengestalter, die Ausbildung Kauffrau Bürokommunikation und Verlagskauffrau. „Vielleicht bilden wir nächstes Jahr auch wieder einen Buchbinder aus“, sagte Thieme.

Zunächst durften die Mädchen den Mediengestaltern in der Druckvorstufe über die Schulter schauen, erfuhren etwas über Bildbearbeitung, Layout und Satz.

Anschließend wurde die Herstellung von Druckplatten mit Lasertechnik erklärt, dann ging es weiter zum Druck mit großen Maschinen, die etwa 40 Tonnen wiegen. Die Mädchen staunten, wie aus einem weißen Blatt am Ende des Druckvorgangs ein bunter Bogen wurde. In der Buchbinderei wird geschnitten, gefalzt und geklammert – es sind mehrere Arbeitsvorgänge notwendig, bis aus einer handschriftlichen Vorlage oder einem Entwurf im Computer eine Broschüre oder ein Buch entsteht.

Im Keller befinden sich Papierlager und Farbwerk – und große Kompressoren für die Druckmaschinen.

„Es gibt nicht mehr so viele Druckereien wie früher, die Spezialisierung nimmt zu. Und inzwischen kann jeder im Internet billig Flugblätter oder Visitenkarten bestellen. Doch der persönliche Kontakt und die Beratung, auf die wir Wert legen, fehlen dann“, erklärte Matthias Thieme zum Schluss.

JF

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