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Truels Dentler und Arnd Roszinsky-Terjung: Führung im Handel – von der Last zur Lust?

Am 25. und 26. April, 28. und 29. April sowie 2. und 3. Mai läuft wieder in Bad Hersfeld Libri.Campus unter dem Titel „Zukunftsaufgabe Führung: Von der Buch- zur Führungskompetenz“.

Das Thema haben die beiden Berater Arnd Roszinsky-Terjung und Dr. Andreas Meyer wieder (zum 13. mal jetzt) für Libri entwickelt. Wir sprachen mit Arnd Roszinsky-Terjung und Libri-Marketingleiter Truels Dentler, was die Teilnehmer diesmal in Bad Hersfeld erwartet.

In diesem Jahr startet der Libri.Campus unter dem Titel „Zukunftsaufgabe Führung: Von der Buch- zur Führungskompetenz“. Haben Sie den Eindruck, dass den Händlern dieses Thema unter den Nägeln brennt?

Truels Dentler: Eindeutig ja. In den letzten Jahren haben wir die Campus-Teilnehmer immer wieder befragt: Der Wunsch nach Unterstützung beim Thema Mitarbeitermotivation wurde sehr häufig erwähnt. Und das ist eine zentrale Führungsaufgabe. Wir haben uns gefragt, woran das liegt. Vielleicht mangelt es den Buchhändlern im Tagesgeschäft einfach an Zeit – solche Themen fallen oft hinten runter.

Erinnerung an einen fröhichen Campus:
Dr. Andreas Meyer, Arnd Roszinsky-Terjung und Truels Dentler (v.l.l)

Arnd Roszinsky-Terjung: Ich würde noch einen Schritt weitergehen: „Führung“ ist ein ausgesprochenes Engpaß-Thema im Handel und von daher vorrangig geworden. Je mehr wir uns bei der Vorbereitung des Libri.Campus in den Zusammenhang eingearbeitet haben, desto deutlicher wurde: Mitarbeiter zu führen muss sich immer stärker daran orientieren, dass die Stimmung im Laden für Kunden „anziehend“ ist. Wenn man es so sieht, dann weckt eine kluge Mitarbeiterführung eine schlummernde Ressource im Buchhandel.

Wieso das? Ich dachte, es gibt genügend Angebote in der Branche, bei denen man Führungstechnik oder die üblichen Management-Methoden lernen kann.

Arnd Roszinsky-Terjung: Genau so möchten wir den Campus nicht positioniert sehen. Es geht um viel mehr als die Methode. Führung ist zu einem strategischen Erfolgsfaktor geworden: Wer als Buchhändler oder Buchhändlerin ein Team formen kann, das begeistert, leichtfüßig, engagiert bei der Arbeit ist, der hat sich bestens aufgestellt für den Wettbewerb mit der allgegenwärtigen Online-Konkurrenz. Die Qualität des menschlichen Kontakts macht den Unterschied zwischen Offline- und Online-Angeboten aus. Wer in dieser Disziplin nicht gewinnen kann, der hat den Wandel nicht begriffen.

Truels Dentler: In Gesprächen mit Buchhändlern ist uns aufgefallen, dass die Führungsaufgabe eine Herausforderung darstellen kann. Dabei geht es vor allem darum, Konflikte anzusprechen und zu lösen, Änderungen zu vereinbaren und nachhaltig umzusetzen.. Mit dem Campus 2016 bieten wir den Buchhändlern an, ihre Führungskompetenz zu stärken.

Arnd Roszinsky-Terjung: Wir möchten mit dem Libri.Campus in diesem Jahr auch die Diskussion in eine neue Richtung lenken: Nutzt die Branche ihre spezifischen Stärken dafür, sich dem Nachwuchs attraktiv darzustellen…

Welche „spezifischen Stärken“ wären denn das?

Arnd Roszinsky-Terjung: Auf der Handelsseite unterscheidet sich der Buchhandel auf sympathische Weise von den allermeisten Branchen: Bei uns geht es nicht hemmungslos um Gewinnorientierung, sondern um eine ernsthafte Erfüllung von Kundenwünschen. „Hardselling“ ist in unserer Branche unüblich und verpönt. Gleichzeitig können Buchhandlungen ihren Mitarbeitern vielfältige Verantwortungsfelder bieten: Warengruppen-Betreuung, Marketingaufgaben, organisatorische Aufgaben etc. Damit kann der Buchhandel etwa der „Generation X und Y“ Arbeitsplätze bieten, die deren Wertekanon entgegenkommen.

Truels Dentler

Truels Dentler: Die Menschen der Generation X und Y haben eine besondere Haltung zur Arbeit – sie suchen nach Sinnerfüllung. Der Buchhandel hat hier eine große Stärke: Kunden suchen gezielt das Gespräch. Mitarbeiter können mit den Kunden auf Augenhöhe kommunizieren und schätzen den gemeinsamen Austausch.

Was wird denn typischerweise ein Buchhändler mitnehmen für seinen Alltag, wenn er vom Libri.Campus zurückkehrt?

Arnd Roszinsky-Terjung: Der Bogen an möglichen Erfahrungen ist weit gespannt. Wir haben sowohl ganz handfeste, operative Anregungen im Programm – etwa, wie sich der tägliche Infofluss vereinfachen und optimieren lässt – wie auch viele Impulse, die zur Reflexion des eigenen Führungsverhaltens einladen. Im Idealfall werden die Campus-Gäste das Thema Führung für sich neu bewerten und als eine Riesenchance wahrnehmen, ihr Unternehmen weiter zu bringen.

Truels Dentler: Zusätzlich zum zweitägigen Programm mit Impulsvorträgen und Workshops geht es auch immer um den Austausch und das Netzwerken. Pro Termin treffen circa 100 Buchhändler aufeinander, die ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen. Hier sind schon viele Freundschaften entstanden – und es freut uns, dass sich Buchhändler auch im Anschluss an den Libri.Campus gegenseitig unter die Arme greifen. Die Teilnehmer kehrten mit viel Motivation zurück: Viele Ideen werden sofort umgesetzt und mit Tatendrang verfolgt. Wir freuen uns schon auf den Libri.Campus, der am 25.4. seine Tore öffnet.

Schauen Sie sich auch einen kleinen Rückblick aus dem letzten Jahr an: http://www.youtube.com/watch?v=PvqvtflagKg

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