
Julia Clooth mit dem Festival-Plakat
Gestern wurde in Frankfurt das achte Festival literaTurm, das vom 1. bis 11. Juni unter dem Motto Der entgrenzte Text in der Rhein-Main-Region stattfindet, präsentiert.
Das biennale Festival, das seit 2002 und seit 2007 alternierend mit den Frankfurter Lyriktagen veranstaltet wird, ist ein Projekt des Kulturamtes Frankfurt. Das Konzept erarbeitete Programmleiterin Sonja Vandenrath unter Mitwirkung von Aino Kelle, Markus Huber, Florian Koch und Paula Hauch. literaTurm kooperiert mit zahlreichen Kulturpartnern.
Erstmals unterstützt die Kulturstiftung des Bundes das Festival, erneut fördert der Kulturfonds Frankfurt RheinMain das Event. Weitere Partner sind unter anderen Litprom – ebenfalls zum ersten Mal dabei, das Frankfurter Goethehaus, neu das Städel Museum und die Städelschule, das Museum für Moderne Kunst Frankfurt und das Haus der Deutschen Ensemble Akademie.
„An ungewöhnlichen Orten können die Besucher ein gelungenes und anspruchsvolles Programm erleben, in dem keine durchschnittsverträglichen Appetitshäppchen angeboten werden“, unterstrich Frankfurts scheidender Kulturdezernent Felix Semmelroth, „das Publikum erwartet Qualität.“
Der entgrenzte Text als Motto hundert Jahre nach Dada transformiere literarische Texte in andere künstlerische Sparten wie Performances, Filme, Musik, eine Ausstellung, ein Live-Hörspiel und Diskussionen, wie Sonja Vandenrath erläuterte. „Damit sprengt das Literaturfestival eigene Grenzen“, sagte die Programmleiterin.
Ein Highlight wird die Eröffnungsveranstaltung am 1. Juni im Kaisersaal des Frankfurter Römers mit der Uraufführung eines Lesekonzerts. Die Dramaturgie verantwortet Hermann Kretschmar, Ensemble Modern, neben den Musikern wirken die Schriftstellerin Katharina Hacker und die Lyrikerin Monika Rinck mit.
Spannung verspricht ebenfalls Adaptionen – ‚Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969’ als Roman, Drama und Hörspiel mit Hörspiel-Regisseur Leonhard Koppelmann, dem Intendant des Stuttgarter Schauspiels Armin Petras und dem Autor Frank Witzel am 2. Juni.
Bereits am 31. Mai findet in der Ausstellungshalle 1A in der Schulstraße in Frankfurt die Vernissage zur Exposition The Printed Sea von Mark von Schlegell und dem Pure Fiction Seminar der Städelschule statt. Hier werden Beziehungen zur von Franz Mon mit etablierten Konkreten Poesie der 1960er Jahre hergestellt und gegenwärtige Arbeiten zum Thema gezeigt.
Internationale Aspekte setzen unter anderen der britische Theatermacher Ant Hampton und der britische Schriftsteller, Performer und Lichtkünstler Tim Etchells mit der Autoteatro-Perfomance The Quiet Volume am 2. Juni in der Deutschen Nationalbibliothek, der kolumbianische Autor Héctor Abad mit einer Lesung aus seinem Roman La Oculta, der slowenische Schriftsteller Aleš Šteger, der über sein Buch Archiv der toten Seelen mit Matthias Göritz spricht, sowie Paul Beten Gronda, Sanneke van Hassel und Manon Uphoff – sie stellen auf einem Lesungsabend mit dem Titel Neue Literatur aus Flandern und den Niederlanden ihre Texte vor.
Insgesamt listet das Programm 49 Veranstaltungen mit 90 Mitwirkenden an etwa 30 Orten auf. Details sind unter www.literaturm.de nachlesbar.
JF