Bereits seit Montag ist das Team des Amsterdamer Cossee Verlags in den Räumlichkeiten des Wagenbach Verlags zu Gast. Sechs der acht Mitarbeiter sind mit nach Berlin gekommen und haben ihre Arbeitsplätze für eine Woche im Büro von Klaus Wagenbach eingerichtet.

hinten (v.l.): Nienke Timmers, Stella Rieck, Eva Cossée, Eva Bouman
vorne: Irwan Droog und Christoph Buchwald (r.)
Die Verleger Eva Cossée und Christoph Buchwald sowie Eva Bouman (Presse), Irwan Droog (Lektorat), Nienke Timmers (Vertrieb) und Stella Rieck (Lizenzen) werden in dieser Woche aber nicht nur an ihrem Programm arbeiten. Sie nehmen auch an der Programmsitzung des Wagenbach Verlags teil und besuchen andere Kollegen wie Matthes & Seitz Berlin, Verbrecher, Suhrkamp und Aufbau und sie treffen ihre Berliner Autoren, darunter Bov Bjerg (Auerhaus) und Volker Weidermann (Ostende). Außerdem steht unter anderem ein Besuch in der niederländischen Botschaft auf dem Programm.
Der Erfahrungsaustausch mit den deutschen Kollegen sei sehr inspirierend, erzählt Eva Cossée. „Wenn wir uns mit niederländischen Mitbewerbern treffen, sind die Gespräche nicht so offen und ehrlich.“ Ihre deutsche Kollegin Susanne Schüssler war auf Anhieb von der Idee begeistert und öffnete ihre Bürotüren weit. „Der Wagenbach Verlag verwöhnt uns“, freut sich Eva Cossée. „Auch die anderen Berliner Verlage haben uns mit offenen Armen empfangen.“
Gelegenheit zum Austausch bieten auch die gemeinsamen Mittagessen im Wagenbach Verlag, zu denen die Gäste täglich eingeladen sind. Diese Tradition gefällt den Amsterdamer so gut, dass sie sie – zumindest für einen Tag in der Woche – nach Amsterdam exportieren wollen.
Anlass für das Gastspiel in Berlin waren die Boekenweek im März, die in diesem Jahr Deutschland gewidmet war und der Gastlandauftritt von Flandern und den Niederlanden auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober. „Das hat bei mir einen alten Wunsch wieder geweckt“, so Eva Cossée, die ihren vor 15 Jahren gegründeten Verlag ursprünglich als niederländisch-deutsches Unternehmen mit zwei Standorten konzipiert hatte. „Als Christoph Buchwald in die Niederlande zog, haben sich die Pläne geändert und Cossee wurde ein Amsterdamer Verlag, der einen besonderen Fokus auf seine Nachbarländer legt. Mit unserem Berlin-Aufenthalt erfüllt sich nun der alte Traum.“
Heute Abend, 20 Uhr kann man das Cossee-Team im Literaturhaus Berlin erleben. Dort wird Eva Cossée den von ihr herausgegebenen Salto-Band Amsterdam. Eine literarische Einladung vorstellen. Mit dabei sind die beiden Autoren Jan van Mersbergen und Ariëlla Kornmehl. Wer gerade nicht in Berlin ist, muss sich nicht grämen. Mit dem Buch kann man auch zu Hause auf dem Sofa wunderbar durch das „Venedig des Nordens“ streifen.
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