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Umgeblättert heute: „Was es wert ist, noch einmal aus dem Regal gezogen zu werden“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Im Exil legte der Feingeist härtere Bandagen an“: Doppelte Farbfreude: Ein prachtvoller Bildband und die Neuausgabe seiner Biographie feiern den Illustrator Walter Trier. „Es gäbe so viel zu lernen aus Walter Triers Leben. Höchste Zeit, dass es solche Bücher gibt. Dann braucht’s auch weiterhin keine Gedenk­tafeln oder Straßennamen im geschichtsvergessenen Berlin.“
    Antje M. Warthorst, Die Bilderwelt des Walter Trier (Favoritenpresse)
  • „Der Wal im Goldfischteich“: Eva Baronskys Roman über eine Liebe der Callas. „Nur einem wird gehuldigt: dem zum homerischen Heros stilisierten Onassis. Stilisiert? Nein, das ist zu hoch gegriffen für den hilflosen Versuch eines Künstler- und Gesellschaftsromans, der stelzbeinig dahertorkelt in einer geborgten höheren Sprache, die ständig in den Jargon von Herzblattgeschichten ab­stürzt (…)“
    Eva Baronsky, Die Stimme meiner Mutter (Ecco Verlag)
  • „Große Freiheit ist passé“: Hannah Mittelstädts Blu feiert die Alternativszene. “ Mit Blu versucht sie nun etwas Neues für sich und vielleicht auch für manchen Leser. Sie nennt es Lovestory, doch es ist eher die traurige Geschichte einer Illusion, einer verlorenen Liebe.“
    Hanna Mittelstädt, Blu. Lovestory (Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke)
  • „In vielerlei Tiefen“: Mireille Zindels Roman Die Zone. „Und so wird an dieser Stelle nicht mehr verraten, als ohnehin sichtbar ist: dass die dominierende Farbe über weite Teile des Romans das Schwarz der Tiefe bleibt. Das wird nicht jedem gefallen. Doch vielleicht kann eine Geschichte mit solchem Setting sich gar nicht anders vollziehen. Originell ist nicht der Plot, sondern wie er erzählt wird.“
    Mireille Zindel, Die Zone (Lectorbooks)

  • „Die Verfolgten“: In Ghana werden Frauen als Hexen diffamiert und aus ihren Dörfern vertrieben. Ein Bildband dokumentiert ihre kummervolle Geschichte. „Vor dem schwarzen Hintergrund leuchten die bunten Kleider der Frauen, nichts lenkt von den Porträtierten ab. Woehrl fotografierte die Frauen immer abends, wenn sie von der Feldarbeit zurückkamen, kurz vor Sonnenuntergang, was die Farben auf besondere Weise zum Leuchten bringt.“
    Ann-Christine Woehrl, Witches in Exile (Kehrer-Verlag)
  • „Gegengift“: Durch den Sieg der Taliban ist Der längste Krieg bereits in Teilen überholt. Und lohnt sich dennoch. „Der österreichische Autor Emran Feroz schreibt gegen die Verklärung an, mit der westliche Gesellschaften die Kriege betrachten, die sie nach dem 11. September 2001 begonnen haben.“
    Emran Feroz, Der längste Krieg: 20 Jahre War on Terror (Westend)
  • „Wiederentdeckt. Was es wert ist, noch einmal aus dem Regal gezogen zu werden“:
    Khaled Hosseini, Drachenläufer (Fischer)
    Ahmed Rashid, Sturz ins Chaos (Leske)
    Thomas Dworzak, Taliban (Fotobuch-Edition)
    Sira Shakib, Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen (Random House eBook)
    Sebastian Junger, War. Ein Jahr im Krieg (Pantheon)
    Swetlana Alexijewitsch, Zinkjungen (Suhrkamp)

  • „Mit Schonung ist nicht zu rechnen“: Heinz Strunk schreibt ohne Filter, aber mit Sympathie über einen Mann, der strauchelt. „Immer wieder steuert Heinz Strunk auf effektvolle Pointen zu, die er dann sicher und lässig serviert, doch ist dieser stringent gebaute Roman mehr als ein 300-seitiges Pointenfeuerwerk. Dieser Mittlebens-Strauchler auf der Suche nach dem verlorenen Glück ist eine traurige Figur, zugleich gehört dieses Buch – was für eine schätzenswerte Qualität! – zum unterhaltsamsten, was sich in der deutschsprachigen Literatur derzeit finden lässt.“
    Heinz Strunk, Es ist immer so schön mit dir (Rowohlt)
  • „Die furchtbarste Art zu reisen“: Stuart Turtons herrlicher Schmöker und historischer Kriminalroman Der Tod und das dunkle Meer, der auch von kolonialistischer Ausbeutung erzählt. „(…) dieser zweite Roman Stuart Turtons (nach Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle), ist im allerbesten Sinn ein praller Spannungsschmöker. Die Atmosphäre auf dem engen, stinkenden, lärmigen Schiff steigt einem (virtuell) in Nase und Ohren.“
    Stuart Turton, Der Tod und das dunkle Meer (aus dem Englischen von Dorotheee Merkel; Tropen)
  • „Rechnen, sehen, warnen, aber alles vergeblich“: Zum Mord an Matthias Erzberger vor genau hundert Jahren.
    Benjamin Dürr, Erzberger – Der gehasste Versöhner. Biografie eines Weimarer Politikers (Ch. Links)
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