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Branchen-Monitor Buch registriert: „Wechselhafter Bücherherbst“

Das meldet eben der BranchenMonitor Buch des Börsenvereins:

Nach Rückgängen im September bringt der Oktober wieder ein Plus am Buchmarkt – allerdings nur im Hinblick auf den Gesamtmarkt: Der Sortimentsbuchhandel vor Ort – bei dem die coronabedingte Umsatzlücke ohnehin schon vergleichsweise groß ist – bleibt erneut hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats zurück. Die Umsätze in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhaus sowie Elektro- und Drogeriemarkt bewegten sich im Oktober zusammen 0,8 Prozent über denen des Vorjahresmonats. Auch der Absatz – also die Zahl verkaufter Exemplare – stieg im Vergleich zum Oktober des Vorjahres etwas an (plus 0,8 Prozent). Dazu gab es erneut einen leichten Rückgang bei den bezahlten Preisen: Im Schnitt bezahlten die Käufer*innen im vergangenen Monat 14,03 Euro pro Buch und damit 0,1 Prozent weniger als im Vergleichsmonat. Somit ergibt sich für die ersten zehn Monate des Jahres 2021 kumuliert ein Umsatzplus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, beim Absatz ergibt sich ein Plus von 0,9 Prozent.

Da allerdings Umsätze und Absätze des Vorjahres schon vom ersten Lockdown im Frühjahr 2020 geprägt waren, ist auch der Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 aufschlussreich: Demzufolge liegt der Umsatz nach den ersten zehn Monaten des Jahres 2021 nur noch 0,1 Prozent unter dem des Vergleichszeitraums 2019, also nahezu auf Vor-Krisen-Niveau. Ende September betrug der Rückstand noch 0,6 Prozent, es konnte also im Oktober erneut etwas aufgeholt werden. Deutlicher ist der Rückgang weiterhin beim Absatz: In den ersten zehn Monaten diesen Jahres wurden 4,5 Prozent weniger Exemplare verkauft als im entsprechenden Zeitraum 2019, allerdings war der Rückstand bis Ende September mit minus 5,3 Prozent auch hier noch deutlich größer gewesen.

Der Sortimentsbuchhandel erreicht im Oktober nicht das Niveau des Vorjahresmonats. Hier gingen die Umsätze im Vergleich zum Oktober 2020 um 2,8 Prozent zurück – trotz eines zusätzlichen Verkaufstags im Norden und Osten Deutschlands, da der Reformationstag in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel. Nach den ersten zehn Monaten diesen Jahres ergibt sich damit kumuliert ein Umsatzminus von 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit hat sich die Umsatzlücke erneut etwas verkleinert, denn bis Ende September betrug der Rückstand auf den Vorjahreszeitraum noch 6,6 Prozent.

Beim Absatz verzeichnet das Sortiment im Oktober 2021 ein Minus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahrsmonat. Kumuliert ist so bis Ende Oktober ein Absatzminus von 9,0 Prozent aufgelaufen. Die bezahlten Preise sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat im Schnitt um 0,4 Prozent auf 13,91 Euro. Vergleicht man die Zwischenergebnisse mit den ersten zehn Monaten des „normalen“ Jahres 2019, dann ergibt sich kumuliert ein Umsatzminus von 13,5 Prozent und ein Absatzrückgang um 18,5 Prozent. Auch diese Werte sehen besser aus als die Zwischenbilanz Ende September (Umsatz: minus 14,9 Prozent, Absatz: minus 20,2 Prozent), der Rückstand bleibt aber groß.

Bei den Warengruppen zeigt sich im Oktober erneut ein durchmischtes Bild (alle Vertriebswege). Den größten Umsatzzuwachs können wie schon in den beiden Vormonaten die Reisebücher verbuchen, diesmal mit einem deutlichen Plus von 23,2 Prozent. Allerdings hatte die Warengruppe Reise im Vergleichsmonat aufgrund der Unsicherheiten und Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie auch einen besonders großen Umsatzrückgang zu verkraften. Die Belletristik – die nach Umsatzanteil bedeutendste Warengruppe – kann das sehr gute Ergebnis des Vorjahresmonats noch etwas übertreffen (plus 1,4 Prozent). Meistverkaufter Titel in den hier betrachteten Vertriebswegen ist der Ende Oktober erschienene 39. Asterix-Band „Asterix und der Greif“ von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad (Egmont). Der zweite Platz geht mit „Playlist“ von Sebastian Fitzek (Droemer HC) ebenfalls an eine Neuerscheinung. Der Toptitel des Vormonats, „Rehragout-Rendezvous“ von Rita Falk (dtv), rutscht auf Platz drei.

Auch die Kinder- und Jugendbücher sind im Oktober weiter auf der Erfolgsspur und können ihr sehr gutes Vorjahresergebnis noch etwas überbieten (plus 2,4 Prozent). Auch hier wird die Liste der meistverkauften Titel im Oktober von zwei Neuerscheinungen angeführt. Den ersten Platz sichert sich „Die Schule der magischen Tiere: Voll das Chaos! (Band 12)“ von Margit Auer. Darauf folgt „Jacks wundersame Reise mit dem Weihnachtsschwein“ von J.K. Rowling (beide Carlsen). Der dritte Platz geht dann wieder an einen Fortsetzungsband einer erfolgreichen Kinderbuchserie: „Alea Aquarius. Im Bannkreis des Schwurs (Band 7)“ von Tanya Stewner (Oetinger).

Die Ratgeber schneiden mit einem Minus von 3,3 Prozent erneut schlechter ab als im Vorjahresmonat und auch die Sachbücher können nicht an das Ergebnis des Vergleichsmonats anknüpfen (minus 3,3 Prozent).

Bei den Wissenschaften generieren die Warengruppen Geisteswissenschaften, Kunst, Musik (minus 1,9 Prozent) und Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (minus 7,6 Prozent) weniger Umsatz als im Vorjahresmonat. Das Segment Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (plus 6,4 Prozent) kann dagegen zulegen.
Kumuliert liegen in der Zwischenbilanz nach den ersten zehn Monaten des Jahres fast alle Warengruppen über dem Vergleichszeitraum des – ebenfalls krisengeschwächten – Vorjahres, nur die Reisebücher erreichen das Ergebnis des Vorjahreszeitraums nicht (minus 4,7 Prozent). Verglichen mit dem entsprechenden Zeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019 sieht die Bilanz jedoch etwas schlechter aus: Die Ratgeber (minus 3,4 Prozent) und insbesondere die Reisebücher (minus 29,3 Prozent) verzeichnen hier ein Minus. Die Wissenschaften schneiden ebenfalls überwiegend schlechter ab als 2019. Die Belletristik (plus 2,8 Prozent) und das Sachbuch (plus 0,6 Prozent) liegen dagegen über dem Ergebnis des Vor-Corona-Jahres. Die Kinder- und Jugendbücher verbuchen sogar ein deutliches Plus (plus 11,2 Prozent).

Bei den Editionsformen können im Oktober die Hardcover/Softcover einen kleinen Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat verbuchen (plus 0,8 Prozent). Deutlicher fällt das Plus bei den Karten/Globen (plus 8,3 Prozent) und den Kalendern (plus 8,9 Prozent) aus. Der positive Trend bei den Kalendern setzt sich damit auch im Oktober fort, wo das Kalendergeschäft Fahrt aufnimmt. Die Taschenbücher können dagegen nicht ganz an das Ergebnis des Vorjahresmonats anknüpfen (minus 0,6 Prozent) und die Hörbücher (minus 23,1 Prozent) müssen erneut zweistellige Rückgänge hinnehmen. In der kumulierten Betrachtung schneiden nur die Hardcover/Softcover (plus 6,5 Prozent) besser ab als im Vorjahreszeitraum. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im Vergleich mit den ersten zehn Monaten des Jahres 2019: Die Hardcover können als einzige Editionsform das Ergebnis von 2019 überbieten (plus 3,8 Prozent).

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