Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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Kinder- & Jugendbuch
„Bindewort mit Bindfaden“: Franz Fühmann erzählt, was das und erlebt. „Wenn Worte sich selbständig machen, entlaufen sie den Sätzen. So geschieht es in Franz Fühmanns Geschichte vom kleinen Und. Es ist aus einem ellenlangen Satz herausgelaufen, in dem es von seinesgleichen wimmelte. Wegen der vielen finsteren Worte, zwischen denen es stand, hatte es sich nach Sonne gesehnt. So schön es ist, in der Sonne liegend einzuschlafen, so schwierig ist es für ein Bindewort, mutterseelenallein aufzuwachen. Das kleine und geht in einer Weise durch die Welt, die man anschlussoffen nennen könnte.“
Franz Fühmann, Die Geschichte vom kleinen Und (mit Illustrationen von Jacky Gleich; Hinstorff Verlag)
„Es ging immer nur um Freiheit“: Pippi war nie korrekt! Ein Band über Die unbekannte Astrid Lindgren zeigt die erfolgreiche Autorin als Verlegerin. „Astrid Lindgrens Ansprüche an die Kinderliteratur, die in vielen Briefen dokumentiert sind, geben nicht nur einen Einblick in die Arbeit an ihren eigenen Büchern. Wie sie mit den Autoren und Autorinnen arbeitete, erzählt Kjell Bohlund, lange Zeit Verleger bei Rabén & Sjögren (…).“
Kjell Bohlund, Die unbekannte Astrid Lindgren. Ihre Zeit als Verlegerin (Oetinger Verlag)
„Wüten und wirbeln“: Britta Teckentrup zeigt, was Kindern guttut. „Denn Teckentrup, die für ihre Bilder- und Sachbücher vielfach ausgezeichnet wurde, stellt nicht das Erklären oder das Verständnis für den Gefühlsausbruch des Kindes in das Zentrum ihrer gereimten Darstellung, sondern die Emotion und deren Vielschichtigkeit. Es geht um das Zulassen und Durchleben von Zorn und Raserei.“
Britta Teckentrup ,Wut (Prestel junior)
„Mistkäfer flieg“:
Gill Lewis, Buddy – Mein Leben als Straßenhund (aus dem Englischen von Siggi Seuß, mit Illustrationen der Autorin; dtv)
Dita Zipfel/ Bea Davies, Brummps – Sie nannten ihn Ameise (Hanser)
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„Ein Buch, das es nicht geben sollte“: Die Umstände der Festnahme Anne Franks eignen sich schon kaum für ein populäres Sachbuch. Die Ereignisse allerdings als True Crime Story anzulegen, ist gewissenlos. „Das Problem ist, dass hier nicht nur ein sensationslüsternes ‚Cold-Case-Team‘, sondern auch eine erhebliche Zahl von erfahrenen Literatur-Agenten, Verlagsleuten, Programm-Machern und Lektoren offenbar jede Urteilskraft vermissen ließen. Oder wie kommt man sonst auf die Idee, die Umstände der Festnahme Anne Franks ließe sich so umstandslos erzählen und vermarkten wie die Täterfahndung irgendeiner True-Crime-Story, samt – suspense, suspense – verpixeltem Cover?“
Rosemary Sullivan, Der Verrat an Anne Frank – Eine Ermittlung (Harper Collins)
„Handgranaten voller Dummheit“: Warum ist Boris Johnson noch immer am Steuer? Zur Beantwortung eine kleine Liste möglicher Nachfolgerinnen und Nachfolger. Von A. L. Kennedy
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„‚Eine Freiheit, die an Liebe grenzte'“: Sind Wärme und Menschlichkeit Charakteristika unterdrückter Völker? Als Hannah Arendt einmal Einspruch gegen James Baldwin erhob.
Juliane Rebentisch, Der Streit um Pluralität. Auseinandersetzungen mit Hannah Arendt (Suhrkamp Verlag)