Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Er brachte neue Formen in die Architektur“: Erich Mendelsohn hat Geschäfts- und Wohnhäuser, Hospitäler und Synagogen gebaut. Ein Band stellt nun all seine Gebäude in Text und Bild vor. „Stavagna zeichnet nicht nur die Lebensstationen und Werkphasen präzise nach, er betrachtet auch die ungebauten Projekte. Insgesamt dokumentiert die Monographie sämtliche siebzig Bauten in Text und Bild, die sich Mendelsohn zweifelsfrei zuschreiben lassen. Ein Werkverzeichnis listet alle Arbeiten auf. Hinzu kommen neue Fotos von Krohn, neu gezeichnete Pläne sowie historische Abbildungen.“
Erich Mendelsohn, Bauten und Projekte (hrsg. von Carsten Krohn und Michele Stavagna; mit einem Vorwort von Kenneth Frampton; Birkhäuser Verlag)
„War der klügste Kaiser etwa drogensüchtig?“: Unter Giftmischern, Spionen und Kurtisanen: Michael Sommer legt eine aufschlussreiche Sittengeschichte des alten Rom vor. „Überzeugend gelingt es dem Autor, die oft skurrilen Nachrichten in ein facettenreiches Bild der römischen Welt einzubetten, einer Welt, die kein staatliches Gewaltmonopol kannte, doch Ordnung stiftende Bindekräfte, in der ‚privat‘ und ‚öffentlich‘ miteinander verschränkt waren und wo man Sexualität nach dem sozialen Raum beurteilte, in dem sie praktiziert wurde.“
Michael Sommer, Dark Rome. Das geheime Leben der Römer (C.H. Beck)
„Sinn und Tonkunst“: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Musikphilosophie zu einem dynamischen Forschungsfeld entwickelt. Ein neuer Band beleuchtet das Thema und zieht eine Zwischenbilanz. „Die Perspektiven des Bandes sind breit genug, um die Lebendigkeit der Nische noch lange zu erhalten.“
Perspektiven der Musikphilosophie (hrsg. von Wolfgang Fuhrmann und Claus-Steffen Mahnkopf; Suhrkamp)
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„Ruinen des Größenwahns“: Mal bizarr, mal herzzerreißend: Thomas von Steinaeckers Geschichten von abgebrochenen Kunstwerken. „Ende offen ist ein einzigartiges Buch, in dem man endlos blättern, kreuz und quer herum- und sich überall festlesen kann. Es ist erstaunlich, wie viele Romane, Musikalben, Sinfonien, Bauwerke, Gemälde, Filmprojekte abgebrochen wurden und unvollendet geblieben sind. (…) Was Steinaeckers Buch auf eindrucksvolle Weise bewusst macht, ist die besondere Aura, die Fragmente entwickeln, indem sie das Utopische der Kunst erahnen lassen.“
Thomas von Steinaecker, Ende offen. Das Buch der gescheiterten Kunstwerke (S. Fischer)
„Was lesen Sie?“: Heinz Strunk ist Schriftsteller, Musiker, Satiriker und Schauspieler. Bekannt wurde er neben Jacques Palminger und Rocko Schamoni als Teil des Telefonstreich-Trios „Studio Braun“. Im vergangenen Jahr erschien sein Roman Es ist immer so schön mit dir, der auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stand.
SZ: Was lesen Sie gerade, Herr Strunk?
Heinz Strunk: Von Richard Russo „Diese gottverdammten Träume“. Direkt davor waren es Bölls „Ansichten eines Clowns“. Hatte noch nie was von dem gelesen. Wieder mal die totale Überlegenheit der nordamerikanischen Meister gegenüber dem Geschreibsel aus deutschen Landen. Leider. Schade eigentlich.
„Frank-Buch kommt“: Der Verlag HarperCollins Deutschland, will das umstrittene Buch The Betrayal of Anne Frank auf Deutsch veröffentlichen: „Wir arbeiten an einer korrigierten, ergänzten und kommentierten deutschsprachigen Ausgabe“, so Verleger Jürgen Welte.
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„Jetzt erst recht“: Die 15 Nominierungen für den Leipziger Buchpreis und Pläne für eine Pop-up-Messe