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Umgeblättert heute: Neue Hörbücher

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Größerer Versuch über schmutzige Wörter“: Die Italienerin Maddalena Fingerle hat mit Muttersprache einen aufregenden Debütroman geschrieben. Der rechnet nicht nur mit dem Konstrukt der Südtiroler Zweisprachigkeit ab. „Die Handlung gliedert sich in drei Blöcke: Bozen, Berlin und wieder zurück. Auszug aus der gehassten Provinz, Freiheitsgefühle in der Großstadt, Rückkehr als Mittelloser mit engelsgleicher schwangerer Freundin Mira, einer Mailänderin. In knapp zweihundert Seiten fährt Fingerle mit hohem Erzähltempo durch diese Lebenskurve, die, man ahnt es früh, kein gutes Ende nimmt.“

„Schwedens deutsche Stimme“: Verena Reichel, die bedeutendste Übersetzerin aus den skandinavischen Sprachen ins Deutsche, ist gestorben. „Über der Traueranzeige für Verena Reichel steht ein Satz von Lars Gustafsson: ‚Gibt es jemanden, der mich besser kennt als diese große Übersetzerin?‘ Das Präsens der rhetorischen Frage ist nun leider doppelt obsolet; der schwedische Schriftsteller starb 2016, und seine deutsche Stimme ist ihm jetzt im Alter von 76 Jahren nachgefolgt – schon am 9. Februar, wie erst durch die Anzeige bekannt wurde.“

„Lass dich nicht unterkriegen!“: Den Briefwechsel Einar Schleefs mit Mutter Gertrud verwandeln Jutta Hoffmann und Thomas Thieme in ein lebendig-intimes Gespräch. „Zu verdanken ist der starke Eindruck der ungeheuer plastischen und leben­digen Lesung eines aus Halle und Weimar stammenden Bühnenduos, das den Zungenschlag der Region perfekt mitbringt.“
Gertrud Schleef, Einar Schleef, Briefwechsel I+II (Lesung mit Jutta Hoffmann und Thomas Thieme; Der Audio Verlag)

„Unterwegs nach Nirgendland“: Lyrik und Hörbuch, das funktioniert nicht immer, bei den Gedichten von Mascha Kaléko aber unbedingt. „Sie wurde 67 Jahre alt; so alt war auch Katharina Thalbach bei diesen Aufnahmen. Für die frühen Gedichte wäre sie deshalb keine geeignete Vorleserin. Die Auswahl Wir haben keine andre Zeit als diese konzentriert sich auf spätere Werke, da passt der Ton wunderbar: Kratzige Lebensklugheit verbindet sich mit knarziger Zärtlichkeit.“
Mascha Kaléko, Wir haben keine andre Zeit als diese. Gedichte über das Leben. (gelesen von Katharina Thalbach; Verlag Goya Lit)

„Phantasmagorien des Verzichts“: Entsagung bis ins Grab: Wir sind das Licht von Gerda Blees als verstörende Lesung mit Claudia Michelsen. „Das Hörbuch ist mit Claudia Michelsen, Sandrine Mittelstädt, Jannik Schümann und Benno Fürmann erstklassig besetzt. Die Entscheidung, den Roman als reine Lesung ohne jede dramatisch-akustische Aufbereitung vorzustellen, hat einiges für sich. Denn dem deklamatorischen Quartett gelingt es in gut sechseinhalb Stunden, einen hochverdichteten, suggestiven Erzählraum aufzubauen, in dem sich die Abgründe der Handlung beunruhigend bis beängstigend auftun können.“
Gerda Blees, Wir sind das Licht (gelesen u.a. von Claudia Michelsen; Random House Audio)

„Der Knacks“: Barack Obamas Amerikanischer Traum. „Ehrlich erzählt er in Ein amerikanischer Traum von dem heftigen Wechselbad der Gefühle in Schule, Elternhaus und College.“
Barack Obama, Ein amerikanischer Traum. Die Geschichte meiner Herkunft, meiner Familie und meiner Identität (gelesen von Moses Leo; Der Hörverlag)

heute nichts

 

„Die Superheldinnen vom Planeten Earth-M“: Welche Kräfte hätten Wonder Woman und ihre Schwestern wohl in einem Matriarchat? „So würden vor allem körperliche Superkräfte weniger kämpferisch eingesetzt als vielmehr dazu, gegenständliche Hindernisse oder Gefahren aus dem Weg zu räumen. Weniger Hand-to-hand Combat. Mehr Rettung von Menschenleben vor Umständen wie Naturkatastrophen, Unfällen oder anderen Arten ungezielt hervorgerufener Unglücke.“
Der Text ist ein Vorabdruck aus dem von Tanja Raich herausgegebenen Buch Das Paradies ist weiblich, das am 22.Februar bei Kein & Aber erscheint.

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