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Umgeblättert heute: Nino Haratischwilis neuer Roman von „bitterer Aktualität“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Wenn die Zeit seitwärts geht“: Was macht ein grausamer Bürgerkrieg mit denen, die ihn überleben? In Nino Haratischwilis Roman Das mangelnde Licht versuchen vier junge Frauen, im umkämpften postsowjetischen Georgien den Weg in eine zivile Gesellschaft zu finden. “ Indem Haratischwili nach ihrem großen, ein Jahrhundert umspannenden Georgien-Roman Das achte Leben hier den Fokus auf das lenkt, was von einem Bürgerkrieg in den Überlebenden bleibt, könnte Das mangelnde Licht dieser Tage eine bittere Aktualität gewinnen.“
Nino Haratischwili, Das mangelnde Licht (Frankfurter Verlagsanstalt)

„Gib ihnen etwas Romantik, und dann schick sie in die Wüste“: Wie man über die Gegenwart schreibt, ohne sich von ihr als Geisel nehmen zu lassen: Lauren Oylers Romandebüt Fake Accounts. „Fake Accounts ist eine unangenehme Lektüre, gelegentlich auch eine ärgerliche und eine langweilige (…)“
Lauren Oyler, Fake Accounts (aus dem Englischen von Bettina Abarbanell; Berlin Verlag)

„Du bist nicht allein“: Andreas Bernards feine, spielerisch leichte Erinnerungen an eine Kindheit im Fußballdeutschland der Siebziger. „Natürlich versammelt Wir gingen raus und spielten Fußball (ein von der Aufforderung zum Bekenntnis veredeltes Beckenbauer-Zitat) viel – und möglicherweise auch viel unnützes – Nerdwissen. Aber wenn man selbst jede Menge davon angehäuft hat, vermittelt einem die Lektüre das angenehme Gefühl, nicht allein zu sein. Manches, was man aus der Kindheit erinnert, bleibt doch ohne Mitwisser ein nur schwer nachprüfbares Mysterium.“
Andreas Bernard, Wir gingen raus und spielten Fußball (Klett-Cotta)

„Alles ist verwurstet“: Senthuran Varatharajah hat aus der Geschichte des „Kannibalen von Rotenburg“ einen aphoristischen Liebesroman gemacht. „Der Roman will gar nichts untersuchen – diese Literatur ist wesentlich kannibalistisch. Die Wirklichkeit wird verwurstet. Zerlegt und tiefgefroren. Auf den Inhalt, ein Erkenntnisinteresse, kommt es gar nicht an. Es kommt auf die Aphorismen an, auf die Sätze, die man beim Lesen unterstreichen will, weil sie etwas Wesentliches zum Ausdruck bringen.“
Senthuran Varatharajah, Rot (Hunger) (S. Fischer)

„55 Jahre, 40 Bände“: Die Kritische Hofmannsthal-Ausgabe ist fertig. „Ein Ziegelstein von 1478 Seiten markiert den Abschluss eines der langwierigsten und auch umstrittensten Editionsprojekte der deutschsprachigen Literatur. 55 Jahre nach ihrem Start und 47 Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes findet die Frankfurter ‚Kritische Ausgabe‘ sämtlicher Werke Hugo von Hofmannsthals ihr Ende mit Band XXXV, den Reden und Aufsätzen der Jahre 1920 – 1929. Ein Ende, das ein Abschluss ist: Das kann man nicht von jeder Werkausgabe sagen.“

 

„Wer Tiere quält“: Sechzehn Pferde, ein so dichter wie dunkler Erstlingsroman von Greg Buchanan. „Greg Buchanan erzählt einerseits unaufgeregt. Erzeugt andererseits eine konsistente Atmosphäre aus Dunkelheit und Bedrohung. Andeutungen müssen oft genügen. Und diese Andeutungen wecken problemlos schlimme Assoziationen. Man möchte wissen und gleichzeitig nicht wissen.“
Greg Buchanan, Sechzehn Pferde (a. d. Engl. von Henning Ahrens; S. Fischer)

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