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Umgeblättert heute: „Zehn Jahre ist dieses Buch alt, und dennoch lohnt es sich, es gerade jetzt aus dem Regal zu nehmen“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Vertraute Kunst in fremdem Licht“: Sehen lernen, was den westlichen Blick auf die Welt bestimmt: Philippe Descolas vergleichende Anthropologie des Bildes ist ein großer Wurf. „Die Lektüre des Buches verlangt danach, bekannte Beschreibungsmuster zu vergessen – nicht allein im Blick auf die Weltentwürfe der anderen, sondern ebenso auch im Blick zurück auf die eigene Kultur.“
Philippe Descola, Les formes du visible. Une anthropologie de la figuration (Éd. du Seuil)

„Es ging um mehr als die Steigerung des eigenen Marktwerts“: Keine studentische Selbsthilfe ohne christliche Mission: Isabella Löhr beschreibt, wie akademische Auslandsaufenthalte zur Normalität wurden. „Das Buch hat sich der Spuren seiner Entstehung als historische Habilitationsschrift nicht ganz entledigt. Ausführliche Diskussionen des Forschungsstandes, gewiss nützlich für Fachleute, machen die Lektüre zuweilen mühsam. Am Ende ist doch mehr Organisations- und Programmgeschichte herausgekommen, als beabsichtigt war.“
Isabella Löhr, Globale Bildungs­mobilität 1850 –1930. Von der Bekehrung der Welt zur globalen studentischen Gemeinschaft (Wallstein Verlag)

„Religiöses Integral“: Kommunikationen, Vermischungen und Vernetzungen waren sein Fall: In seinem letzten Buch resümiert der 2019 verstorbene Michel Serres auch Stationen seines Wegs. „Im Falle von Michel Serres, dem 2019 verstorbenen französischen Philosophen, Mathematiker und in unzähligen Wissensgebieten bewanderten Polyhistor, ist das letzte in gewisser Weise auch das erste Buch; eines, an dessen Thema sein Autor zeitlebens gearbeitet hat.“
Michel Serres, Das Verbindende. Ein Essay über Religion (aus dem Französischen von Stefan Lorenzer; Suhrkamp)

„Amazon schließt Läden“: Erst 2015 eröffnete Amazon die ersten stationären Buchhandlungen. Nun werden sie wieder geschlossen.

„‚Ich möchte mir den Brenner nicht als Impfgegner vorstellen'“: Ausflug mit dem Schriftsteller Wolf Haas zum Wertstoffhof: Dort spielt sein neunter Brenner-Krimi. Wie lange kann es seinen widerborstigen Ermittler noch geben? „Ein Neuerfindungsalbum, wie es Produzenten manchmal Bands einreden, das Fans dann aber meist schnell vergessen wollen, ist Müll sicher nicht.“
Wolf Haas, Müll (Hoffmann & Campe)

„Was lesen Sie, Hengameh Yaghoobifarah?“: „Ich lese gerade Other People’s Clothes von Calla Henkel. Eigentlich sind Thriller nicht so meins, aber dieser ist so erfrischend poppig, dass er sehr viel Spaß macht und eine gute Ablenkung vom bedrückenden Weltgeschehen bietet.“

 

„Stalins Holodomor“: Die Geschichte der Ukraine in einer Comic-Dokumentation aus Italien. „Zehn Jahre ist dieses Buch alt, und dennoch lohnt es sich, es gerade jetzt aus dem Regal zu nehmen – oder es zum ersten Mal zu lesen. Berichte aus der Ukraine hat Igort sein Werk nüchtern genannt. Und nichts anderes hat der 1958 als Igor Tuveri geborene Italiener hier versammelt: die Lebensberichte von vier Menschen, die zwischen 1925 und 1939 in der Ukraine geboren wurden.“
Igort, Berichte aus der Ukraine (Erinnerungen an die Zeit der UdSSR) (a. d. Italien. v. G. Peduto; Reprodukt)

„Der sicherste Weg ist, ihnen nichts beizubringen“: Die französische Bestsellerautorin Laetitia Colombani erzählt in ihrem Roman Das Mädchen mit dem Drachen von Frauen, die in Indien um ihr Recht auf Bildung kämpfen. „Nun ist die Geschichte einer Sinnsuche in Indien beileibe nicht neu – doch die französische Schriftstellerin, Regisseurin und Schauspielerin Laetitia Colombani hat daraus einen engagierten und vielschichtigen Roman über Trauer, Schmerz und die Kraft von Frauen gemacht.“
Laetitia Colombani, Das Mädchen mit dem Drachen (a. d. Franz. v. Claudia Marquardt; S. Fischer)

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