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Umgeblättert heute: „Alles, was uns heute beschäftigt, zeichnet sich in den Kriminalromanen von Amanda Cross bereits ab“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Ein Teil von mir ist nur noch Fressen für die Tiere“: Wie eine Frau auseinander fällt und sich wieder zusammensetzt: Tatiana Salem Levy erzählt die Geschichte einer Vergewaltigung. „Das ist es: ein vergangenes Unglück als mächtige, alles beherrschende Gegenwart. Zu den eindringlichen Erfahrungen bei der Lektüre zählt es, Tatiana Salem Levy bei diesen Erkundungen zu folgen. Ja, so geht es wohl, wenn man sich gegen die Erinnerung sträubt, ihr aber trotzdem entgegentreten muss; so und nicht anders könnte man sich fühlen; wie schrecklich, vor so einer Aufgabe zu stehen, für die es ja keine Anleitung geben kann! Und wie tröstlich, es in diesem bemerkenswerten Roman Schritt für Schritt erzählt zu bekommen.“
Tatiana Salem Levy, Vista Chinesa (aus dem Portugiesischen von Marianne Gareis; Secession Verlag für Literatur)

„Befremdlich popkulturell“: Wenn Realität den Roman überholt: Evelyn Schlags In den Kriegen erzählt über eine verwüstete Ukraine. „Mit dem gegenwärtigen Krieg in der Ukraine kann der gerade erschienene Roman nichts zu tun haben, mit dem unerklärten Vorgängerkrieg in der Ostukraine will er nichts zu tun haben: Die recht ungewöhnliche deutsch-ukrainische Pilgergruppe zieht durch ein wüstes Land. Die Supermärkte sind geplündert, die Dörfer gebrandschatzt, die Kleinstädte liegen verlassen da.“
Evelyn Schlag, In den Kriegen (Hollitzer Verlag)

„Der Kochtopf lügt nie“: Erstmals vollständig übersetzt: Babettes Gastmahl erscheint auf Deutsch, ergänzt durch ein Vorwort von Erik Fosnes Hansen. „‚Babettes Gastmahlu‘ ist, wie Erik Fosnes Hansen zu Recht anmerkt, keine Erzählung übers Essen oder die Spitzengastronomie. Es geht um völlig andere Dinge: um verlorene Leidenschaften, um das Gute und die Versuchung zum Bösen, um die Kunst und das Dilemma, dass der Künstler sein Publikum braucht und dazu verdammt ist, es zu lieben, auch wenn er es hasst. Denn er kann es sich nicht aussuchen, wer seine Kunst zu schätzen weiß und wer nicht.“
Tania Blixen, Babettes Gastmahl (aus dem Dänischen und kommentiert von Ulrich Sonnenberg, Nachwort von Erik Fosnes Hansen; Manesse Verlag)

„Die Erfindung der Gegenwart“: Friedrich Schlegel war Platoniker und Romantiker, Idealist und Katholik und einiges weitere mehr. Ohne ihn wäre die deutsche Geisteswelt heute eine andere. Eine Erkundung zum 250. Geburtstag. „Die Form von Gegenwärtigkeit, die Schlegel anbietet, bezieht ihre Brillanz freilich aus einer ungewöhnlich breiten und intensiven Kenntnis des kulturellen Archivs. Der Funke entzündet sich erst in der Konfrontation der Gegenwart mit einer vertrauten Vergangenheit. Damit da aber überhaupt etwas zünden kann, braucht es drittens den Enthusiasmus. Er ist Schlegels eigentliches Vermächtnis.“

„Was lesen Sie gerade, Herr Wagner?“ Jan Wagner: Momentan bin ich in die Erinnerungen der amerikanischen Lyrikerin Carolyn Forché vertieft, What You Have Heard Is True.

 

„Antigone und die Emanzipation“: Thebanischer Tod, ein geistvoller Kriminalroman von Amanda Cross, ist wieder aufgelegt. „Alles, was uns heute beschäftigt, zeichnet sich in den Kriminalromanen von Amanda Cross bereits ab. (…) Leider hilft Logik bis heute nicht gegen die Übel der Welt, sonst bräuchte man den Uneinsichtigen tatsächlich nur ein Buch in die Hand drücken.“
Amanda Cross, Thebanischer Tod. Kate Fansler ermittelt (a. d. Engl. von M. Blaich und K. Kamberger; Dörlemann)

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