Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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- „Der schlechteste Briefträger aller Zeiten“: Wo Schwäche verachtet wird, ist es umso imposanter, Schwäche zu zeigen: In Thomas Pfenningers starkem Romandebüt setzt sich ein Mann mit besten Absichten über alle Regeln hinweg. Dann geht die Post ab. „So bleibt das Buch ein gut gelauntes, stilsicheres Debüt über die Vergeblichkeit, der Gesellschaft aus Liebe einzig gute Botschaften überbringen zu wollen, und den Respekt dafür, wenn es trotzdem jemand versucht.“
Thomas Pfenninger, Gleich, später, morgen (Kommode Verlag) - „Da geben sie ihr Achtgroschen-Leben hin“: Auch er war in Valmy: Friedrich Christian Laukhards Bericht von seiner Teilnahme am Ersten Koalitionskrieg als gemeiner Soldat. „Seine Kampagne in Frankreich, die nunmehr orthographisch und grammatisch modernisiert und mit knappen Kommentaren erläutert vorliegt, hat nichts an Unmittelbarkeit und Frische verloren und damit auch nichts an Drastik.“
Christian Friedrich Laukhard, Meine Kampagne in Frankreich (hrsg. und Nachwort von R. Kaiser, W. Hörner, T. Roth und St. Reiserer; Verlag Das Kulturelle Gedächtnis) - „Drei kleine Italiener“: Elternschaft in Varianten: Paolo di Paolos neuer Roman Und doch so fern. „Der Icherzähler forscht seiner Vorgeschichte mit dem gleichen Interesse nach, das er der Vor- und Frühgeschichte der gesamten Menschheit entgegenbringt, ohne Larmoyanz, ohne Tadel, ohne Vorwurf.“
Paolo Di Paolo, Und doch so fern (aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt; Nonsolo Verlag)
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- „Harte Proben“: Der Religionsgeschichtler Alfred Bodenheimer sorgt sich um Israels Demokratie. Jetzt hat er einen Krimi geschrieben, der in seiner Wahlheimat Jerusalem spielt. „Alfred Bodenheimer hat mit Mord in der Straße des 29. November gerade seinen ersten Jerusalem-Krimi veröffentlicht, und alles kommt darin vor, was den 56-Jährigen in seiner Wahlheimat Israel beschäftigt: die große Politik, der ewige Konflikt mit den Palästinensern und auch die kleinen Sorgen seiner Protagonisten. (…)
Als Zielgruppe nennt Bodenheimer all jene, ‚die grundsätzlich interessiert sind an Jerusalem, an der Atmosphäre hier‘. Sie erfahren viel über die Geschichte und über Aktuelles, über Hintergründe und Abgründe.“
Alfred Bodenheimer, Mord in der Straße des 29. November (Kampa)
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- „Die Rekonstruktion einer inneren Auswanderung“: Sabine Doerings faszinierende Annäherung an den jungen Friedrich Hölderlin. „Vielleicht die größte Entdeckung, die das Buch bietet, ist aber der Eindruck von Hölderlins Persönlichkeit, den die ausgewählten Briefstellen, Textproben und kommentierenden Zeugnisse der Mitlebenden vermitteln. Die Zartheit und vertrauende Offenheit des Kindes leben auch in dem jungen Mann noch.“
Sabine Doering, Friedrich Hölderlin. Biographie seiner Jugend (Wallstein)