Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Im adipösen System“: Wilfried Bommerts und Christina Sartoris erörtern, wie Nahrungskonzerne unsere Gesundheit gefährden. „Weniger wäre in diesem Buch oft mehr gewesen. Das gilt auch für die 705 Literaturquellen, bei denen es den Autoren mitunter an Sorgfalt (oder Kenntnissen?) gefehlt hat.“
- Wilfried Bommert und Christina Sartori, Stille Killer. Wie Big Food unsere Gesundheit gefährdet (Hirzel Verlag)
„Am Brett braucht es auch das Gespür“: Rechnen ist eben nicht alles im Schach: Eine monumentale Biographie des deutschen Weltmeisters Emanuel Lasker liegt nun vollständig vor. „Lasker wurde 1896 Champion, verteidigte seinen Titel 27 Jahre lang, was bis heute ein Rekord ist, und starb 1941 in New York. Das klingt wie ein spezielles Leben, das vor allem sporthistorisches Interesse auf sich ziehen kann. Wer die insgesamt 1400 Seiten liest oder auch nur durchblättert, um bei einzelnen Kapiteln zu verweilen, wird das anders sehen. Denn es tritt uns hier eine Biographie entgegen, die ein ganzes Jahrhundert aufschließt. Mehr als zwanzig Autoren haben buchstäblich jeden Aspekt von Laskers Leben erörtert und jeden Quadratzentimeter dieses Terrains umgegraben.“
- „Emanuel Lasker“. Vol.1: Struggle and Victories / Vol. 2: Choices and Changes / Vol. 3: Labors and Legacy. (hrsg. von R. Forster, M. Negele und R. Tischbierek; Exzelsior Verlag)
„Gegen Marlene Dietrichs Blick ist jedes Glissando machtlos“: Auf Du und Du mit Künstlern und Nazis: Amanda Lee Koes Romandebüt Die letzten Strahlen eines Sterns entspringt einer guten Idee und scheitert an seiner Sprache. „Koe hat durch einen starken Erzählband mit Singapur-Storys vor sechs Jahren auf sich aufmerksam gemacht. Ihre Idee, den Lebenslinien der drei Frauen auf dem Eisenstädt-Bild nachzugehen, hätte womöglich ein gutes Sachbuch werden können. Als Romandebüt ist daraus leider eine Peinlichkeit geworden.“
- Amanda Lee Koe, Die letzten Strahlen eines Sterns. Roman (aus dem Englischen von Zoë Beck; CulturBooks Verlag)
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„Alles neu, neu, neu“: So wurde dieses Jahrzehnt noch nicht beschrieben: Höhenrausch von Harald Jähner ist eine brillante, rasende Ereignisgeschichte der Zwanzigerjahre. „So brilliert dieses Buch in Architekturkritik, in Popmusik-Kritik, in Kunst- und Literaturkritik und natürlich in der Lieblingsdisziplin der Zwanzigerjahre, dem aufmerksamen Straßenfeuilleton, das sich die Eindrücke beim Flanieren zutragen lässt. Die Hermeneutik des Alltags, die dabei entsteht, lässt vergangene Erfahrungen so fühlbar werden wie selten. Jähners Buch enthält kein unbekanntes Faktum, kaum neue Quellen – die meisten Neuigkeiten kommen aus den digitalen Zeitungsarchiven –, aber es sieht und verknüpft die Dinge neu.“
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Harald Jähner, Höhenrausch. Das kurze Leben zwischen den Kriegen (Rowohlt Berlin)
„Allein unter Trollen“: Im neuesten Krimi von J. K. Rowling bekommt es eine Künstlerin mit enttäuschten Fans im Netz zu tun: Vorwürfe, Drohungen, Mord. Ähnlichkeiten mit Erlebnissen der Autorin nicht ausgeschlossen. „Man bleibt dran, es macht fast süchtig, es frisst Stunde um Stunde und gibt dafür nichts zurück – keine Energie, keine Erkenntnis, keine Idee. Nicht mal Genuss. Aber was das heißt, ist vielleicht Geschmackssache.“
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Robert Galbraith, Das tiefschwarze Herz. Ein Fall für Cormoran Strike (aus dem Englischen von Christoph Göhler, Kristof Kurz, Wulf Bergner; Blanvalet)
„Das gute Leben nicht vergessen“: Wie kann man im Krieg über Gedichte reden? Das Festival „Meridian“ in Czernowitz zeigt eine Ukraine, die sich ihrer mehrsprachigen Identität versichert.
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- Yael Inokai, Ein simpler Eingriff. Roman. (Hanser Berlin)