Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Heimgesucht von totalitärer Gewalt“: Westliche Leser im Blick: Mit Serhii Plokhis Geschichte der Ukraine liegt ein Standardwerk nun auch auf Deutsch vor. „Die deutsche Übersetzung verwendet zu Recht ukrainische Ortsnamen. Im lieblos gestalteten Kartenteil haben die Lektoren dann aber jede Orientierung verloren. So muten sie einem im achtzehnten Jahrhundert die Stadt Kaliningrad zu. Dies ist aber auch der einzige Makel der deutschen Ausgabe eines Buches, das Aufklärung im besten Sinne bietet.“
- Serhii Plokhy, Das Tor Europas. Die Geschichte der Ukraine (aus dem Englischen von Anselm Bühling u. a.; Hoffmann und Campe Verlag)
„Morden, um Morde zu verhindern?“: Als wär’s ein Moralstück aus unmittelbarer Gegenwart: Mit Tomás Nevinson erscheint der letzte Roman von Javier Marías nun auch auf Deutsch. „Marías nimmt den Leser von Neuem mit auf eine sehr lange, mehr als siebenhundert Seiten umfassende Wanderung voller Abschweifungen und Umwege, Reflexionen und Rückblenden (…).“
- Javier Marías, Tomás Nevinson (aus dem Spanischen von Susanne Lange; Verlag S. Fischer)
„Entdecke deine gesunden Emotionen“: Pia Lamberty und Katharina Nocun sehen sich auf sehr aufschlussreiche Art auf dem Esoterikmarkt um. „So locker dieses Buch geschrieben ist, es erweist sich als formidables Vademecum gegen eine immer schamloser um sich greifende Wissenschaftsskepsis, die die Gesellschaft gerade angesichts der auf sie zu rollenden Krisen noch teuer zu stehen kommen könnte.“
- Pia Lamberty und Katharina Nocun, Gefährlicher Glaube. Die radikale Gedankenwelt der Esoterik (Quadriga Verlag)
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„Klüger als die Volltextsuche“: Wie hat man eigentlich vor Google irgendwas gefunden? Dennis Duncan erzählt unterhaltsam, was für eine Revolution das Register in Büchern für das Lesen war. „Buchregister sind analoge Suchmaschinen. Dennis Duncan, Autor, Übersetzer und Dozent am English Department des University College London, zeigt, dass sie älter sind als der Buchdruck. (…) Duncan erzählt anschaulich, wie das Buchregister aus der Bündelung von sozialen Energien entsteht, die in den Klöstern und noch jungen Universitäten auf Intensivierung und Beschleunigung des Lesens drängen.“
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Dennis Duncan, Index, eine Geschichte des. Vom Suchen und Finden (aus dem Englischen von Ursel Schäfer; Verlag Antje Kunstmann)
„Schneise der Liebe“: In Michael Kumpfmüllers neuem Roman wünscht sich jemand Jesus zurück auf die Erde. Und schon ist er wieder da, im Berlin von heute. „Mischa und der Meister fühlt sich wie ein Abend mit wild gezündeten Tischfeuerwerken an: Man lacht, man staunt ob der Farben, es knallt schön, aber am Ende verpufft alles doch recht schnell.“
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Michael Kumpfmüller, Mischa und der Meister (Kiepenheuer und Witsch)
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„Mutig oder ‚linksgedreht‘?“: Das Echo auf Annie Ernaux’ Israel-Kritik ist in Frankreich deutlich leiser. „Die Vorwürfe des Antisemitismus, die in israelischen Medien kursieren und auch in Deutschland viel Echo finden, greift die französische Presse kaum auf. Dort sind Ernaux’ Positionen bekannt und akzeptiert als Ansichten einer Frau, deren Radikalität sie erst dahin gebracht hat, wo sie heute steht.“
„Der Mann, der nur innerlich lacht“: Ian Rankin vollendet ein Manuskript von William McIlvanney, Meister des schottischen Noir. „Der gewaltvolle, mafiöse Untergrund Glasgows und die Verheerungen im Leben derjenigen, die diesen kriminellen Morast austrocknen wollen, das vor allem beschäftigte den dort lebenden (und lange Jahre als Lehrer arbeitenden) Schriftsteller William McIlvanney in seinen Romanen – ein nach dem Tod des schottischen Autors im Jahr 2015 noch vorliegendes Manuskript um seine berühmte Figur Jack Laidlaw wurde vom McIlvanney-Bewunderer Ian Rankin nun vollendet.“
- William McIlvanney u. Ian Rankin, Das Dunkle bleibt (a. d. Engl. v. Conny Lösch; Kunstmann)