Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Entlang der Zufriedenheitskurve“: Worüber viel gemeint, aber recht wenig sicher gewusst wird: Rosemarie Nave-Herz legt eine kompakte Studie über die Ehe in Deutschland vor. „Nave-Herz wagt am Ende ihrer glänzenden Studie die Prognose, die wie jede gute soziologische Forschung mehr Fragen aufwirft als beantwortet, dass die Scheidungen weiter zunehmen werden.“
- Rosemarie Nave-Herz, Die Ehe in Deutschland. Eine soziologische Analyse über Wandel, Kontinuität und Zukunft (Barbara Budrich Verlag)
„Wo Milliarden fließen, stehen Profiteure bereit“: Ein Band über Korruption in Krisenzeiten zeigt, dass über dieses wichtige Thema noch viel zu lernen ist. „Zum typischen Elend der Sammelbandproduktion gehört, dass die einzelnen Beiträge sich oft nicht oder allenfalls marginal auf das Thema des Bandes beziehen. Man wirft halt ab, was gerade so in der Mache oder sowieso geplant oder aus dem eigenen Fundus an eh vorhandenen Kenntnissen schnell produzierbar ist und halbwegs passend scheint oder mit ein paar Extrasätzen notdürftig an das vorgeblich gemeinsame Thema anschließbar ist. Diesem Elend ist auch der vorliegende Sammelband nicht ganz entgangen.“
- Sebastian Wolf und Peter Graeff (Hrsg.), Corona und Korruption (Springer VS Verlag)
„Methoden der Zermürbung hatte die Stasi viele“: Gabriele Stötzer erzählt die Geschichte einer widerständigen Erfurter Künstlergruppe in der DDR. „Stötzers Buch ist selbst ein kleines Kunstwerk, versehen mit zahlreichen zeitgenössischen Fotografien, konzipiert von der Berliner Buchgestalterin Malin Gewinner und Verlegerin Anne König.“
- Gabriele Stötzer, Der lange Arm der Stasi (Spector Books)
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„‚Ich war ein junger Klugscheißer'“: Quentin Tarantino hat ein Buch über seine Kindheit geschrieben, über nächtliche Ausflüge mit seiner Mutter – und warum „Bambi“ ihn traumatisiert hat, erklärt er auch. „Ein Werk, das vom Verlag als ‚Memoir‘ angepriesen wird und tatsächlich Spuren einer Autobiografie trägt. Es ist aber vor allem das nerdigste Filmnerdbuch, das seit langer Zeit geschrieben wurde.“
„Wenn die Pioniere krähen“: Ein Gespräch mit dem Maler und Illustrator Hans Ticha über die Frage, warum ausgerechnet das Kinderbuch in der DDR große künstlerische Freiheiten bot.
„In zwei Hälften zerrissen“: Ein Gedichtband über Glück und Traurigkeit der Liebe. „In 44 Gedichten, genial aus dem Niederländischen übertragen vom Übersetzer Rolf Erdorf, wird die Liebe in allen Facetten gezeigt, als überraschendes Glück, aber auch als Traurigkeit zwischen Eltern, zwischen Kindern. Wie sie entsteht, aber auch, wie sie auseinandergeht. Auseinander ist auch der Titel des Buches, der schon auf dem Cover in zwei Hälften zerrissen wird, während ein Kind seine sich küssenden Eltern beobachtet.“
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Bette Westera & Sylvia Weve, Auseinander. Mit Illustrationen von Sylvia Weve (aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf; Rieder Verlag)
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„Jeschua hängt gern ab“: Im Märchenroman Mischa und der Meister von Michael Kumpfmüller kommt Jesus nach Berlin. „Dieser Spaß immerhin überträgt sich auf den Leser, auf die Leserin. Und gewiss ist der Text auch eine Verneigung vor Berlin, der ‚alten Göre‘, wie sie der Schriftsteller zärtlich nennt, der Stadt, in der er lebt. Aber so nachhaltig wie bei früheren Arbeiten Kumpfmüllers wirkt er nicht.“
- Michael Kumpfmüller, Mischa und der Meister. Roman. (Kiepenheuer & Witsch)