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Umgeblättert heute: „Dieses Buch hat keinen Klappentext nötig. Man fange einfach an zu lesen.“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Sehen wir uns die Nasen genauer an“: Vom Camembert zur modernen Malerei ist es mitunter nur ein Schritt: Ein kunsthistorisch reichhaltiger Band mit Texten von Julius Meier-Graefe. „Nun gibt ein Band mit ausgewählten Schriften Gelegenheit, gerade den polemischen, kämpfenden Julius Meier-Graefe wiederzuentdecken, der zur deutsch-französischen Verständigung in und jenseits der Kunst viel beigetragen hat. Zahlreiche Abbildungen der in den Kritiken und Essays verhandelten Werke sind beigefügt. Zwar lediglich in Schwarz-Weiß. doch das nimmt man als ästhetische Entscheidung wahr: Es geht in erster Linie um die Texte.“
  • Julius Meier-Graefe, Kunst – Kulissen – Ketzereien. Denkwürdigkeiten eines Enthusiasten. (Nimbus Verlag)

„Verstofflichung eines Zeitlosen“: Mit Hildesheimerwassern gewaschen: Gabriele Weingartner setzt ihren Romanzyklus über den nun nicht mehr unsterblichen Léon Saint Clair fort. „Sie berichtet, in ähnlich unteutonischer Eleganz wie Wolfgang Hildesheimer, von Gewalt, Verfolgung, sexueller Ausbeutung und anderen Misslichkeiten, also eine Geschichte von Schall und Wahn. Das ist keineswegs eine Warnung vor diesem Buch, denn Gabriele Weingartner erzählt vom ersten Satz an höchst unterhaltsam mit einer Lust am Text, die sich auf Leser überträgt und etwas völlig anderes ist als das berühmte „Lesevergnügen“, das inzwischen in jedem fünften Klappentext auftaucht. Dieses Buch hat keinen Klappentext nötig. Man fange einfach an zu lesen.“

  • Gabriele Weingartner, Leon Saint Clairs Abschied von der Unendlichkeit. Roman (Limbus Verlag)

„Handreichung zum Weltbildwechsel“: Überstehen ist alles: Philipp Staab stellt geläufige gesellschaftliche Leitideen außer Dienst. „Der Autor verabschiedet bei Licht besehen Freiheit und Selbstbestimmung als Orientierungsbegriffe nicht, er sammelt vielmehr Indizien, die für die Möglichkeit eines Ausgleichs oder Ineinandergreifens von Freiheit und Anpassung, Selbsterhaltung und Selbstentfaltung sprechen.“

  • Philipp Staab, Anpassung. Leitmotiv der nächsten Gesellschaft. (Suhrkamp)
„Wir sind so frei“: Und, was sagt Twitter? Libertärer Autoritarismus: Oliver Nachtwey, Carolin Amlinger und ihr Blick auf die Grabenkämpfe in der deutschen Gegenwart. „Allen, die mehr Klarheit über zentrale gesellschaftspolitische Konflikte unserer Tage gewinnen möchten und nicht bloß Vorurteile ventilieren, sei das Buch unbedingt empfohlen. Auch wenn die Laune danach eher nicht besser ist als zuvor.“
  • Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey, Gekränkte Freiheit – Aspekte des libertären Autoritarismus (Suhrkamp)

„Notfalls ein Psychopath“: Ein einziger Exzess, im Leben wie im Schreiben: Zum 100. Geburtstag des amerikanischen Schriftstellers und Reporters Norman Mailer. „Zeitweise war er weltweit bekannt wie sonst nur der von ihm verehrte Hemingway und wie der befand er sich in einem ständigen Wettkampf – mit allen anderen, mit dem System, vor allem ist es das Ringen um Aufmerksamkeit.“

„Die Vergangenheit vergangen sein lassen“: Ian Rankins Kriminalroman Ein Versprechen aus dunkler Zeit erzählt auch von schottischen Internierungslagern. „Ian Rankin erzählt eher besonnen als knapp, in der Komplexität der Welt (und des Verbrechens) nimmt er selten eine Abkürzung. Auch zeichnet er seine Figuren nicht Schwarz-Weiß. Ohnehin lässt er jetzt, da John Rebus niemandem mehr hinterherrennen, keine Actionszenen mehr bestehen kann, ihm Zeit für den ein oder anderen Tee, das ein oder andere Bier. Langatmig ist das nicht, wenn der Detective Inspector im Ruhestand seine Fragen stellt. Er ist nicht mehr ganz so schroff wie früher, aber die sprichwörtliche Altersmilde ist auch nichts für ihn.“
  • Ian Rankin, Ein Versprechen aus dunkler Zeit. Kriminalroman. (a. d. Engl. von Conny Lösch; Goldmann)
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