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Umgeblättert heute: „Ich lese dieses Buch, als hätte ich es selbst geschrieben“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Diese Vögel sind Trickser“: Nachwuchskräfte der Stadtreinigung mit einem Faible für Käse und Hundefutter: Thomas Bugnyar erklärt, warum Raben so klug sind und mit welchen Methoden sich ihr erstaunlich soziales Verhalten erforschen lässt. „Der Titel wurde in der Kategorie ‚Naturwissenschaft/Technik‘ zum österreichischen Wissenschaftsbuch des Jahres 2023 gewählt. Das ist nachvollziehbar angesichts der ausgewogenen Mischung aus kritischen Fragestellungen, wissenschaftlicher Nüchternheit und Begeisterung für die Sache. Zudem, und das unterscheidet die Abhandlung von vielen Publikationen vergleichbaren Zuschnitts, gewährt der Autor Einblick in jene Abläufe, an deren Ende der Erkenntnisgewinn steht (…). Die Lektüre profitiert erheblich davon, dass Bugnyar nicht Journalist oder Hobbyornithologe, sondern ein umtriebiger Forscher ist.“
  • Thomas Bugnyar mit Patricia McAllister-Käfer, Raben. Das Geheimnis ihrer erstaunlichenIntelligenz und sozialen Fähigkeiten (Brandstätter Verlag)

„Schwarzer Schwan und schneeweißes Einhorn“: Sturzgeschichten, endlich wieder aufgelegt: Giorgio Manganellis Irrläufe erzählen hundert Romane in Pillenform. Das bedeutet: auf jeweils maximal anderthalb Seiten. „Die Lektüre solle sich, so der Autor in der Vorbemerkung, am besten als Sturz aus einem Wolkenkratzer vollziehen. Bereits die Vorstellung erregt Schwindel, doch auch ohne freien Fall gewinnt der Leser keinen festen Boden unter den Füßen. ‚Nehmen wir einmal an‘: Gleich der erste Satz setzt das Gedankenspiel in Gang und die Regeln von Mimesis und Psychologie außer Kraft. Die einzige Realität der Literatur ist für Manganelli die Sprache.“

  • Giorgio Manganelli, Irrläufe. Hundert Romane in Pillenform. (aus dem Italienischen von Iris Schnebel-Kaschnitz, Nachwort von Klaus Wagenbach Zeichnungen von Tullio Pericoli; Verlag Klaus Wagenbach)
„Wir werden Cyborgs“: Der Historiker David Christian versucht sich an einer Vorhersage der Zukunft. „Das Buch kann noch so ferne und unglaubwürdige Zukünfte entwerfen, man liest sie so weg. Denn die imaginierten Szenarien gleichen sich, trotz aller Verrücktheiten, in einer bestimmten Hinsicht: In 1000 Jahren, so das Versprechen des Autors, haben wir noch bessere Technik, die uns noch höher und noch weiter bringt, doch das Politische reduziert sich immer und überall auf die Tätigkeit ‚planetarer Manager‘.“
  • David Christian, Zukunft denken – Die nächsten 100, 1000 und 1 Milliarde Jahre (Aufbau Verlag)

„Die sanften Risse der Zeit“: Julia Schoch hat mit Das Liebespaar des Jahrhunderts einen wahren und mutigen Roman über das Auseinanderleben geschrieben. „Ich kenne das alles. Ich lese dieses Buch, als hätte ich es selbst geschrieben. Ich zitiere so viel, damit Sie sehen, wie intensiv, wie klar, wie schonungslos es geschrieben ist. Es ist das wahrste Buch über Liebe und Scheitern und unerträgliche Erwartungen, das ich seit Langem gelesen habe.“

  • Julia Schoch, Das Liebespaar des Jahrhunderts. Roman. (dtv)

„Den Tod aufschieben“: Internationale Krimis schildern Verwicklungen in Warschau, Damaskus und im Ballett.

  • Jakub Żulczyk, Geblendet von der Nacht (Katapult)
  • Iben Albinus, Damaskus (Hoffmann und Campe)
  • Megan Abbott, Aus der Balance (Pulp Master)

„Leporello des Schreckens“: Der Schriftsteller Hans Joachim Schädlich erzählt vom Rechtsbruch als Lebensform. „Mit expressiver Lakonie, doch nicht kalt, eher mit belegter Zunge, erzählt Hans Joachim Schädlich. In der Zeitlosigkeit von Rechtsbruch und Gewalt entrollt er ein Leporello des Schreckens. (…) Sein Stoff ist so unbegrenzt wie sein eingreifendes Schreiben. Über die Nähe moralischer Extreme schreibt er nicht voraussetzungslos. Nichts wird dabei relativiert, nicht zuletzt durch die Platzierung der Erzählstücke. In fragmentarischer Strenge Weltgeschichte in wenigen Worten. Und sie wiederholt sich unendlich. Was für eine Klarheit in Schädlichs nüchternen und humanen Realismus. Ungewöhnlich lesenswert.“

  • Hans Joachim Schädlich, Das Tier, das man Mensch nennt. (Rowohlt Verlag)
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