Home > Bücher in den Medien > Umgeblättert heute: „Seine Sprachgewalt bringt ein Funkeln und Leuchten in unsere Tage“

Umgeblättert heute: „Seine Sprachgewalt bringt ein Funkeln und Leuchten in unsere Tage“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Ein friedliches Russland im Sommer 2023“: Verführungskraft einer Vision: Karl Ove Knausgård setzt seinen „Morgenstern“-Romanzyklus mit dem zweiten Band Die Wölfe aus dem Wald der Ewigkeit fort. Darin nimmt das apokalyptische Geschehen eine spektakuläre Wendung: ethisch, aber auch geographisch. „Heute erscheint Knausgårds Roman nun auch bei uns, mit 1050 Seiten noch etwas dicker als der Vorgänger. Aber das wird das Publikum nicht ab­schrecken, im Gegenteil. Der Sog der ausufernden Prosa dieses Autors ist oft be­schrieben worden. Sie entsteht nicht zu­­letzt aus einer Detailfreude beim Erzählen, die phänomenologische Leidenschaft für den Alltag erkennen lässt (…)“
  • Karl Ove Knausgård, Die Wölfe aus dem Wald der Ewigkeit. Roman. (aus dem Norwegischen von Paul Berf; Luchterhand Literaturverlag)
  • Karl Ove Knausgård, Der Roman ist die Form des Teufels. Tübinger Vorlesung. (aus dem Norwegischen von Paul Berf; Btb)

„Beton und Mensch sind keine Gegensätze“: Lassen wir uns doch lieber vom Vorhang umschmeicheln als von anderen Menschen: Sayaka Muratas ebenso betörender wie verstörender Erzählungsband Zeremonie des Lebens. „Einsamkeitsbilder und Autismus prägen die romantischen bis morbiden Storys, die voller Schönheit und zugleich voller Abgründe sind. Zwischen Science-Fiction und Groteske behandelt der Band Themen wie künstliche Befruchtung, Patchwork­familien und Alternativen zum Ehejoch.“

  • Sayaka Murata, Zeremonie des Lebens. Storys. (aus dem Japanischen übersetzt von Ursula Gräfe; Aufbau Verlag)

„Es schwebt die Intelligenz nicht einfach von allein“: Als die Diagnose zersplitterter Weltanschauungen auf den Plan trat: Ein Band präsentiert kultursoziologische Schriften Karl Mannheims. „Spricht es für soziologische Texte aus den frühen Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, wenn deren erstmalige Publikation mit ihrer ‚ungebrochenen Aktualität‘ beworben wird? Man müsste schon einen gesellschaftlichen Wandel historischen Ausmaßes ignorieren, wenn man dieses Urteil auf die empirischen Befunde von fast neunzig Jahre alten Publikationen bezieht. Die Aktualität dieser Texte kann sich nur auf ihre Fragen beziehen, auf ein sich darin artikulierendes Forschungsinteresse, das auch für die heutige Soziologie immer noch relevant ist.“

  • Karl Mannheim, Soziologie der Intellektuellen. Schriften zur Kultursoziologie. (hrsg. und mit einem Nachwort von Oliver Neun; Suhrkamp Verlag)
„Die Geliebte“: Elke Heidenreich kann erzählen wie keine Zweite – und ist eine tolle Kritikerin. Ein Glückwunsch zum 80. Geburtstag. „Was soll man ihr, der erfolgreichen Schriftstellerin und Kritikerin, der großen Opernkennerin wünschen? Ich wünsche ihr, dass sie statt der vielen Kritiken noch einen großen Geschichtenband schreibt, Kolonien des Alters. Gerade heute, wo die ganze Welt besinnungslos von Narrativen spricht, ohne die Erzählung zu beherrschen, wäre das eine Antwort auf das Verschwinden der wahren Geschichten aus der Kunst. Herzlichen Glückwunsch!“
„Schaut hin“: Nach dem Erdbeben in der Türkei und in Syrien wollen die Menschen der Welt das Ausmaß der Katastrophe zeigen, ihre Verzweiflung und auch ihre große Wut. Von Orhan Pamuk
„‚Wir rochen nicht mehr nach Kühen'“: Sein Vater konnte Ferkel kastrieren, Ewald Frie ist Historiker geworden. In Ein Hof und elf Geschwister erzählt er vom Auszug aus einer versinkenden Welt. „Die richtige Mischung aus sachlicher Distanz und persönlicher Wärme, die Ewald Frie als Beteiligter und als Wissenschaftler findet, um diese Geschichte seiner Familie zu verstehen, sie klingt beim Lesen so einfach, wie selbstverständlich. Aber sie ist bewundernswert.“
  • Ewald Frie, Ein Hof und elf Geschwister. Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben in Deutschland. (Verlag C. H. Beck)

„Flocken aus Licht“: Sprache kennt kein Limit: Nico Bleutges Lyrik versteht sich als literarische Grenzerfahrung. „Seine Sprachgewalt bringt ein Funkeln und Leuchten in unsere Tage. Voller Pracht entfalten sich die Gedichte, die sich wie zarte Nebel um die Dinge legen und aus dem Ungefähren Neues schöpfen. Und das Schöne: Allem wohnt das sich erneuernde Leben inne. (…) Wo kommen wir an? Was erwartet uns in den Fernen jener Poeme? Es wäre angesichts der Weite und Fülle dieser Texte zu banal, darauf unmittelbar stimmige Antworten zu geben. Gewiss ist nur, dass uns jener Ort mit großer Schönheit empfängt.“

  • Nico Bleutge, schlafbaum- variationen. Gedichte. (C. H. Beck)
Anzeige
Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige