Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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- Ulrich Tadday (Hrsg.), Musik der DDR? Komponieren imreal existierenden Sozialismus (edition text + kritik)
„Die Sowjetmacht trainierte ihr das Talent für Freundschaft an“: „Die Erinnerung nicht vergessen“ mahnt die infolge des Ukrainekrieges nach Berlin emigrierte russische Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja. Heute wird sie achtzig Jahre alt. „Als das Beste, was die Sowjetunion hinterließ, bezeichnet Ulitzkaja die Freundschaften. Wie sie ihre ersten Liebesbeziehungen schildert, unerwiderte Leidenschaften, ihre bewundernd-fürsorglichen Gefühle für (zumeist inzwischen verstorbene) Männer, deren spätere Ehefrauen und Geliebte fast zu Familienangehörigen wurden, das veranschaulicht auf das Schönste die Kostbarkeit dieser Beziehungen.“
- Ljudmila Ulitzkaja, Die Erinnerung nicht vergessen. (aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt und Christina Links; Hanser Verlag)
„Das Leben des Totengräbers“: Sasha Filipenkos Roman Kremulator erzählt von dem Mann, der die Leichen der stalinistischen Säuberungen verbrannt hat. “ Sein Verhör-Roman liest sich wie ein Duell – mit knapper Syntax, schnellem Schlagabtausch und messerscharfem Humor. Und aus dieser Verdichtung zieht seine Prosa ihre große beklemmende Kraft.“
- Sasha Filipenko, Kremulator. Roman. (aus dem Russischen von Ruth Altenhofer; Diogenes Verlag)
„Die Eselin trägt Gucci“: Der Roman Glory der simbabwischen Autorin NoViolet Bulawayo ist eine wütend-satirische Parabel auf die Diktaturen des afrikanischen Kontinents. „Glory ist eine politische Satire, bei der im Spezifischen das Universelle immer mitgemeint ist, auch wenn sie sich exakt an Ereignissen in Simbabwe seit dem Sturz Mugabes und dem Militärputsch von 2017 orientiert.“
- NoViolet Bulawayo, Glory. Roman. (aus dem Englischen von Jan Schönherr; Suhrkamp Verlag)
„Da glotzen die Leute“: Annie Ernaux erzählt von ihrer Beziehung zu einem 30 Jahre jüngeren Mann. „Der junge Mann ist ein unerwartet kühles Buch, aber Ernaux ist gut darin, Erwartungen zu unterlaufen. Hier wäre es die Erwartung an Reflexionen zur Liebe und zum Altern. Statt um Melancholie und Glück – sie ist glücklich, und sie ist auch melancholisch, ein wenig – dreht sich der Text vor allem um den Tod und die Mechanismen der Erinnerung. Ernaux nimmt die Wiederholung ebenso wahr wie das Fortschreiten der Zeit (…).“
- Annie Ernaux, Der junge Mann. (a. d. Franz. v. Sonja Finck; Suhrkamp)







