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Umgeblättert heute: „Ein schmaler Band – und ein großer Roman“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Wer wird man, wenn die Liebe endet?“: Julia Schoch setzt ihre Trilogie „Biographie einer Frau“ fort: Das Liebespaar des Jahrhunderts erkundet das Ende einer Beziehung. „Soeben ist der zweite Band erschienen, den man als geglückte Fortsetzung auf Augenhöhe bezeichnen darf. Es gelingt Julia Schoch aufs Neue, den kleinsten Erschütterungen, die auch hier die größten Fragen aufwerfen – wovon träumen wir, wer wollen wir sein, was stabilisiert uns –, klug und eigenwillig nachzugehen.“
  • Julia Schoch, Das Liebespaar des Jahrhunderts. Roman. (dtv Verlag)

„Rezension des von Bianca Garufi vollendeten nachgelassenen Pavese-Romans Großes Feuer“: Cesare Pavese und Bianca Garufi beschreiben in ihrem Roman zu vier Händen Großes Feuer Missbrauch in der Familie. „In Italien galt lange Zeit Dacia Maraini als eine der Ersten, die Missbrauch in der Familie literarisch dargestellt haben, vor allem in ihrem exzellenten Werk Die stumme Herzogin von 1990. Pavese und ­Garufi ist dies noch komplexer gelungen, weil sie durch den Perspektivwechsel vielschichtiger ge­stalten können und der schlichte, oft stille Ton ungeheure Wut schürt. Zu vertraut ist diese Bigotterie. Großes Feuer ist ein schmaler Band – und ein großer Roman.“

  • Cesare Pavese, Bianca Garufi, Großes Feuer. Roman. (aus dem Italienischen von Maja Pflug; Atlantis Verlag)

„Einsame in ihrer Nacht“: Zentrale Jahre in Paris: Der Briefwechsel zwischen Rainer Maria Rilke und Edith von Bonin beleuchtet eine entscheidende Passage im Leben und Schaffen des Dichters. „Der im Wallstein Verlag erschienene, schön ausgestattete und von Ulrich und Susanne Freund sorgfältig edierte Briefwechsel zwischen Rilke und Edith von Bonin gibt Einblick in diese ungewöhnliche Zweck-WG. Denn die Korrespondenz – 54 Briefe von Rilke und 26 von Bonin – ist am dichtesten, als beide im Hôtel Biron wohnten; sie versiegt endgültig 1919 in den Wirren der Münchener Revolution.“

  • Rainer Maria Rilke, Edith von Bonin, Briefwechsel 1907–1919. (hrsg. von Susanne und Ulrich Freund; Wallstein Verlag)

„Im Spinnennetz des Patriarchats“: Mareike Fallwickls Roman Die Wut, die bleibt plädiert für eine größere Beachtung der Care-Arbeit. „Ganz subtil greift Fallwickl gesellschaftliche Phänomene der Gegenwart auf und arbeitet sie in den Roman ein. Die dreifache Mutter Helene ist besonders wegen der Corona-Pandemie und der Schulschließungen am Ende ihrer Kräfte. Der Alltag der Mütter besteht aus dem Organisieren des Alltags – diese ‚Care-Arbeit‘ werde kaum wertgeschätzt, insbesondere von Männern, ist Fallwickls These. (…) All diese Arbeiten sind fürs Funktionieren einer Gesellschaft essenziell, das zeigt auch Fallwickls Roman, nach dessen Lektüre man nur einen Schluss ziehen kann: Sie ­müssen noch mehr wahrgenommen und im besten Fall auch monetarisiert ­werden.“

  • Mareike Fallwickl, Die Wut, die bleibt. Roman. (Rowohlt Verlag)

„Zur Reihe – Blank, wie wir dastehen“: Eine kleine Ukraine-Bibliothek (25): Bücher über das Versagen der deutschen Ostpolitik gegenüber der Ukraine. „Eine kleine Ukraine-Bibliothek, im Juli 2022 mit dem Igor-Lied gestartet, nicht chronologisch angelegt, nicht systematisch zusammengestellt, gedacht als Angebot zur Orientierung. Davon ausgehend, dass sich Schauplätze, ob fern oder fremd, durch Bücher von jedem Ort der Welt aus aufsuchen lassen.“

  • Karl Schlögel, Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen. (Erstmals 2015. Aktualisierte Neuausgabe; Hanser)
  • Sabine Adler, Die Ukraine und wir. Deutschlands Versagen und die Lehren für die Zukunft. (Ch. Links)
  • Ute Schaeffer, Reportagen aus einem Land im Aufbruch. (Wagenbach 2015; Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung)
  • Michael Thumann, Revanche. Warum Putin das bedrohlichste Regime der Welt geschaffen hat. (C.H. Beck)
  • Zuletzt ins Regal gestellt: Yevgenia Belorusets, Glückliche Fälle und Anfang des Krieges, die Nestorchronik, die Ausgabe Widerstand der Zeitschrift „Osteuropa“ und Erzählungen Mychailo Kozjubynskys sowie Wladimir Korolenkos.
  • Als Nr. 26 wird Sofia Andruchowytschs Roman Die Geschichte von Romana vorgestellt.

„Beischlaf nur im Dunkeln“: Sunjeev Sahota erzählt in Das Porzellanzimmer von Irrungen und Wirrungen in einer arrangierten Ehe – und entwirft ein eindrucksvolles Bild vom Punjab der 20er Jahre. „Inspiriert von Familienlegenden über das Leben seiner Urgroßmutter, die als junges Mädchen im Punjab an einen Mann verheiratet wurde, den sie nicht kannte, erzählt Sunjeev Sahota in diesem Roman das Leben einer jungen Frau mit ähnlichem Schicksal: Die 15-jährige Mehar wird die Ehefrau eines Mannes, mit dem sie schon im Alter von fünf Jahren verlobt worden war. Sie kommt auf einen Hof, auf dem eine Witwe mit drei Söhnen lebt. Alle Söhne haben gleichzeitig geheiratet, und so hat Mehar immerhin zwei Gefährtinnen.“

  • Sunjeev Sahota, Das Porzellanzimmer. Roman. (a. d. Engl. v. Ulrike Wasel und Klaus Timmermann; Hanser)
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