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Umgeblättert heute: „… eine verpasste Chance“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Wahlfreiheit fürs Publikum“: Der britische Verlag Puffin räumt ein, voreilig die Texte des Kinderbuchautors Roald Dahl verändert zu haben. Nun wird es zusätzlich eine „klassische Edition“ geben. „Die De­batte habe die außerordentliche Kraft von Dahls Büchern und die drängenden Fragen dazu bekräftigt, wie Ge­schichten für spätere Generationen re­levant bleiben könnten. Man sehe aber ein, wie wichtig es sei, die klassischen Texte von Dahl lieferbar zu halten.“
„Oma Bertha ist doch kein Frühstückshappen“: Erst kommt die Moral, dann das Fressen: John Hare zeigt, wie aus einer fiesen Geierschildkröte mit großem Appetit ein Altruist wird, der bereitwillig fastet. „Ausgerechnet eine Geierschildkröte spielt in John Hares neuem Buch die Hauptrolle. Nachdem der Illustrator zuletzt auf anrührende Weise den Mond, den Ozean und eine Vulkaninsel erkundet hat, geht’s nun ab in den Teich.“
  • John Hare, Alfonso geht angeln. (aus dem Englischen von Bettina Münch; Moritz Verlag)

„Aufgespießte Reisegruppe“: Roald Dahls James und der Riesenpfirsich in neuer Übersetzung. „Eine Reihe von Roald Dahls Romanen ist gerade mit den klassischen Illustrationen von Quentin Blake und in frischer, oft auch so klingender deutscher Übersetzung erschienen. Die Texte sind nicht von den Streichungen und Umschreibungen be­troffen, die in der jüngsten eng­lischen Ausgabe zu finden sind und auf vermutete Empfindlichkeiten derjenigen reagieren, die Dahls Werk kaufen und vorlesen oder lesen sollen (…).“

  • Roald Dahl, James und der Riesenpfirsich. (mit Bildern von Quentin Blake; aus dem Englischen von Sabine und Emma Ludwig; Penguin Junior)

„Gehen oder bleiben?“: Eine junge Ärztin muss im grausamen syrischen Bürgerkrieg schneller erwachsen werden, als ihr lieb ist. „Die zu Beginn dennoch etwas träge Handlung nimmt im Verlaufe der Geschichte einige Wendungen, bleibt im Kern jedoch erwartbar. So ist die Erkenntnis des Romans, dass der Krieg vor allem die Zivilbevölkerung trifft, die Menschen, die einfach nur leben wollen, nicht aber seine Verursacher, ebenfalls keine neue, wenngleich eine schmerzhafte.“

  • Zoulfa Katouh, All die Farben, die ich dir versprach. Roman. (aus dem Englischen von Rasha Khayat; Dressler Verlag)

„Nicht mehr ich sein“: Adam Silvera ist in sozialen Netzwerken für LGBT-freundliche Romane bekannt. Sein Debüt verhandelt die Konversionstherapie als lukrative Gedächtnismanipulation. „Der Roman erfreut sich unter jungen Lesern, insbesondere in den sozialen Medien, großer Beliebtheit, er wurde vom ‚TIME Magazine‘ unter die bedeutendsten Jugendbücher gewählt. Als ein Werk aber, das statt literarischem Gehalt die Identifikation mit den von Homophobie und Rassismus betroffenen Figuren in den Fokus rückt, ist es mit Blick auf die Möglichkeiten der Fiktion eine verpasste Chance.“

  • Adam Silvera, More Happy Than Not. Roman. (aus dem Englischen von Lisa Kögeböhn; Arctis Verlag)

heute nichts

„Das letzte Aufflammen“: Wo will Karl Ove Knausgård mit seinem apokalyptischen „Morgenstern“-Zyklus hin? „Die Lesespannung hält Knausgård mit sprachlichen Mitteln aufrecht, nicht per Handlung, deren Stränge 827 Seiten brauchen, bis sie konvergieren. Wer sich Notizen macht, hält am Ende ein grau-in-graues Wimmelbild mit wenigen bunten Tupfern in Händen.“

  • Karl Ove Knausgård, Die Wölfe aus dem Wald der Ewigkeit. Roman. (a. d. Norweg. v. Paul Berf; Luchterhand)
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