Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Irgendwann ging jeder jedem an die Gurgel“: Nicht zu vergessen auch die Suppenklößchen: Rainer Kloubert führt auf furiose Weise in die Wirren Chinas im frühen zwanzigsten Jahrhundert. „Kloubert ist kein pedantischer Chronist, auch kein vergrübelter Theoretiker, sondern schlicht ein großartiger Erzähler. Bald breitet er seinen Stoff genüsslich aus, bald verdichtet er ihn zu größter Spannung, sprudelt vor Anekdoten und flicht immer wieder auch Erinnerungen an eigene Spaziergänge, Saufgelage und verflossene Lieben ein. Hunderte historische Fotos – einige davon nichts für empfindliche Gemüter – illustrieren den Text, und ebenso viele Fußnoten ergänzen ihn mit einem Füllhorn von Sachwissen (…)“
- Rainer Kloubert, Warlords. Ein Bilderbogen aus dem chinesischen Bürgerkrieg. (Elfenbein Verlag)
„Nicht ohne Fiktionen“: Rechtzeitig zum 50. Todestag von Hans Kelsen legt Horst Dreier eine exzellente Einführung in dessen Leben und Werk vor. „Das Buch schöpft aus einem souveränen Überblick zum Forschungsstand, den nicht zuletzt Dreier durch maßgebliche Untersuchungen selbst wesentlich mitgeprägt hat.“
- Horst Dreier, Hans Kelsen zur Einführung. (Junius Verlag)
„Ein schrillfarbiges Mosaik der Totentänze“: Im kroatischen Gegenwartsreich der Triebe und Hiebe: Zoran Ferićs Die Wanderbühne durchstreift das 20. Jahrhundert auf den Spuren der eigenen Verwandtschaft und findet viel Gewalt. „Zoran Ferić erzählt pointiert, in kräftigen, oft ungewöhnlichen Kurzgeschichten, die zu großen Kapiteln zusammengefasst werden und als Erzählungen für sich stehen können.“
- Zoran Ferić, Die Wanderbühne. Roman. (Aus dem Kroatischen von Klaus Detlef Olof; Folio Verlag)
„Asche zu Asche“: Eine selbstsüchtige Gesellschaft auf dem Weg in ihr Verderben: Eugen Ruge hat einen Roman über das Ende Pompejis geschrieben, Parallelen zur Gegenwart sind reiner Zufall. „Pompeji ist ein etwas sprunghafter, aber sehr kurzweiliger Roman, in dem außer Plinius noch andere reale historische Figuren auftreten (…). Es ist ein Buch, das eher erheitert als erschüttert.“
- Eugen Ruge, Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna. Roman. (dtv)
„Vom Leid, Schriftsteller zu sein“: Schreibkrisen und andere Katastrophen: Tom Gauld macht genial lustige Comicstrips über die Welt der Literatur. „Der Schotte Tom Gauld zeichnet seit 2005 wöchentlich einen Cartoon für den Londoner Guardian, immer rund um das Thema der Literatur. Autoren und ihre Schreibkrisen, Lektorengespräche, Literaturklassiker und ihre Verfilmungen, Genreparodien, Bibliothekare im ewigen Kampf um die richtige Ordnung – Gauld schafft es seit 17 Jahren, die Welt der Literatur derart lustig zu verfremden, dass nun glücklicherweise schon der zweite Sammelband mit den besten seiner Bücher-Cartoons erscheinen kann.“
- Tom Gauld, Die Rache der Bücher. Comic. (aus dem Englischen von Christoph Schuler; Edition Moderne)
„War George Orwell Antisemit?“: Warum in der Literaturwelt gerade mal wieder die alte Frage auftaucht.
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„Zwischen Schnauders und Tschiffnon“: Der Südtiroler Schriftsteller Josef Oberhollenzer setzt in dem wagemutigen Roman Prantner sein produktives Spiel mit Fiktion und Realität fort. „Wer darauf verzichtet, es dem Erzähler nachzutun und alles Geschehen säuberlich zu ordnen, kann sich ganz dem Genuss der wunderbaren Sprache der Romane hingeben. Ton und Fluss erinnern an Thomas Bernhard; Oberhollenzer schreibt genauso kraftvoll und elegant und noch präziser.“
- Josef Oberhollenzer, Prantner oder Die Erfindung der Vergangenheit. (Folio)