Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Was reimt sich nur auf Strudel?“: Ein Troll, eine Brücke, drei Ziegen: Aus einem alten Stoff schlagen Mac Barnett und Jon Klassen neue Funken. In ihrem Bilderbuch Drei Ziegenböcke namens Zack bekommt ein Wegelagerer Format. „„Drei Ziegenböcke namens Zack“ heißt Mac Barnetts Neuerzählung eines altbekannten norwegischen Märchens, das mit Illustrationen von Jon Klassen zu einem so aufregenden wie vergnüglichen Bilderbuch geworden ist. (…) Mac Barnett und Jon Klassen fügen dem alten Stoff nicht nur Details zu Essgewohnheiten von Trollen, einigen Witz und in ihrer Lakonie gewohnt ausdrucksstarke Bilder hinzu, sondern lenken das Augenmerk auf die Frage, wie die Geschichte für den armen Troll wohl geendet hätte, wenn ihm nur rechtzeitig das Reimwort Nudel eingefallen wäre.“
- Mac Barnett, Jon Klassen, Drei Ziegenböcke namens Zack. (aus dem Englischen von Thomas Bodmer; NordSüd Verlag)
„Himbeereis und Beton“: Jugend in der Platte und das Leben danach: David Blums Kollektorgang lässt einen toten Erzähler von der großen Liebe träumen. „David Blum erzählt von rechter Gewalt und vom Leben nach dem Tod mit einer Leichtigkeit, die einem genervten Teenager gerecht wird. (…) Auffällig ist der feinsinnige und humorvolle Umgang mit dem Jenseits. Wie es weitergeht, nachdem es weitergeht, bleibt auch für die Toten ein Rätsel.“
- David Blum, Kollektorgang. Roman. (Beltz & Gelberg)
„Auf Lastenfahrradjagd“: Eine herrlich dramatische Reise mit einem verloren geglaubten Freund: Frida Nilssons Kinderbuch Krähes wilder Piratensommer zieht alle Register. „Frida Nilsson versteht es in jedem ihrer Bücher, eine kindliche Perspektive einzunehmen, die notwendig beschränkt ist und zugleich darüber hinausweist. Immer wieder verhandelt sie dezent moralische Fragen, die sie differenziert oder auch gar nicht explizit beantwortet, wobei sie zu Recht die jeweilige Situation derjenigen miteinbezieht, die sich etwa mit der Bewertung von Diebstahl auseinandersetzen müssen.“
- Frida Nilsson, Krähes wilder Piratensommer. (Bilder von Anke Kuhl, aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger; Gerstenberg)
„Das Magnetfeld der Erde fest im Blick“: Auf den Spuren des Honiganzeigers: Tim Birkhead und Catherine Rayner präsentieren Superlative aus der Vogelwelt. „Tim Birkhead, der Hunderte Seiten mit Details über solche Fähigkeiten und deren Erforschung füllen könnte, beschränkt sich dieses Mal aufs Wesentlichste. Das verträgt sich bestens mit Catherine Rayners akzentuiertem Minimalismus und hat einen guten Effekt: Junge Leser des Buchs werden Höckerschwäne im Park fortan mit einem Schuss Ehrfurcht betrachten – und hoffentlich recherchieren, welche Überraschungen die Vogelwelt sonst noch zu bieten hat.“
- Tim Birkhead, Catherine Rayner, Aus der Vogelperspektive. (aus dem Englischen von Rita Gravert; Hanser Verlag)
„Es gibt viele Arten der Liebe“: John Irving kehrt in seinem Roman Der letzte Sessellift zurück zu den Wurzeln seines Schaffens. Ein Buch wie ein Vermächtnis. „Mit Erleichterung nimmt man es daher zur Kenntnis, dass Irvings Rückkehr zu den Quellen der eigenen Erfahrung, bei allen Slapstick-Einlagen, ihn tiefer und reifer macht. Dieses Buch wirkt wie ein Vermächtnis, als wäre dies sein eigener letzter Sessellift. Man spürt, obwohl der Autor sich dazu nicht äußert, dass es die Kraft, die es hat, aus einer großen Dankbarkeit bezieht.“
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John Irving, Der letzte Sessellift. Roman. (aus dem Englischen von Anna-Nina Kroll und Peter Torberg; Diogenes)
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„Bimssteine auf Pompeji“: Warum haben die Menschen die Vorzeichen der Natur nicht ernst genommen? Ein unterhaltsamer Roman über den Vulkanausbruch. „Einerseits ist es ein Buch wie ein Vulkan: Kraftvoll und faszinierend. Andererseits hat es völlig unvulkanische Eigenschaften, ist es heiter, gewitzt und stellenweise urkomisch. Eine Parabel aus der Vergangenheit für die Gegenwart. Ihre Losung lautet: Mensch, gehe doch nicht sehenden Auges in dein Unglück!“
- Eugen Ruge, Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna. Roman. (dtv)