Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Eine Literatur aus eigenem Recht“: Wie man lesend der Welt abhandenkommt und wieder zurückfindet: Zum Tod des bedeutenden Jugendbuchforschers Klaus Doderer.
„Die Außenwelt seines Innenlebens“: So nah wollte er sich mit dem Alltag gar nicht einlassen: Wilhelm Genazinos Nachlass erlaubt einen ersten Blick aufs Werktagebuch. „In aller Regel hielt Genazino nur fest, wovon er glaubte, es für seine Romane gebrauchen zu können. Es versteht sich bei diesem Autor von selbst, dass darunter gleichwohl auch Banalitäten fallen, denn von deren Beobachtung und aber eben vor allem von deren immerwährender gedanklicher Einsortierung leben seine Bücher ja. Doch über sein Leben geben sie kaum Aufschluss, nur über sein Denken, auf das es schließlich ankommt. Der Biograph, der sich dermaleinst hoffentlich finden wird, kann sich jedenfalls auf eine mühsame Arbeit gefasst machen.“
- Wilhelm Genazino, Der Traum des Beobachters. Aufzeichnungen 1972–2018. (hrsg. und mit einem Nachwort von Jan Bürger und Friedhelm Marx; Hanser Verlag)
„Könnte denn alles nur eine Simulation sein?“: Genauso gut wie die Wirklichkeit: David J. Chalmers hält ein engagiertes Plädoyer für virtuelle Welten. „Chalmers sagt den virtuellen Welten eine große Zukunft voraus. Wie bislang vor allem Autoren apokalyptischer Science-Fiction geht er davon aus, dass die reale Welt in Zukunft weniger attraktiv, die virtuelle hingegen interessanter werden dürfte, eine ‚Realität+‘.“
- David J. Chalmers, Realität+. Virtuelle Welten und die Probleme der Philosophie. (aus dem Englischen von Björn Brodowski und Jan-Erik Strasser; Suhrkamp)
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„‚Der richtige Ort für Lyrik’“: Nächstes Jahr wird ein Gedicht von Ada Limón von der Nasa ins All geschickt. Ein Gespräch mit der Autorin über Kunst im Kosmos und das Paradies auf Erden.
„Alptraum in den Alpen“: In Silke Heimes’ Jugendthriller verschwimmt die Grenze zwischen Opfer und Täter. „In The Truth Behind Your Lies, ihrem Romandebüt für Jugendliche, erzählt sie einfühlsam von Mobbing, Selbstfindung und dem Austesten der eigenen Grenzen.“
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Silke Heimes, The Truth Behind Your Lies. Jugendthriller. (Ueberreuter)
„Rausch und Rituale“: Paul-Philipp Hanske und Benedikt Sarreiter haben ein fantastisches Buch über die Geschichte der Ekstase geschrieben. „Mit dem Bogen vom antiken Griechenland und seinem Ekstase-Gott Dionysos bis zur Spiegelung des Opioid-Rausches in den Beats der Trap Music des amerikanischen Südens liefern die beiden eine Bestandsaufnahme eines großen Menschheitsthemas. (…) Hanske und Sarreiter liefern keine Argumente, sondern ein Wissensfundament, auf dem man die eigenen Argumente aufbauen kann. Denn wie das alles ausgeht, ist keineswegs abzusehen.“
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Paul-Philipp Hanske, Benedikt Sarreiter, Ekstasen der Gegenwart. Über Entgrenzung, Subkulturen und Bewusstseinsindustrie. (Matthes & Seitz)
„Die aufgezwungene Heimat zu verlieren“: Eine Liebe post mortem: Anmerkungen zu Clemens Meyers Buch über Christa Wolf und die Literatur der DDR. „Clemens Meyer argumentiert nicht. Er setzt auf das Virus Begeisterung. Wie soll sich jemand dem Sog seines Enthusiasmus entziehen? Ich komme mir lächerlich vor, diesem rasend-verliebten Clemens die Gebrechen der von ihm angepriesenen Autoren entgegen zu halten. Er könnte mir, das denke ich mir, antworten: Ich liebe sie gerade wegen dieser Gebrechen.“
- Clemens Meyer, Über Christa Wolf. (hrsg. v. Volker Weidermann; Kiepenheuer & Witsch)