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Umgeblättert heute: „Einer der raren Krimis, die man sich aufheben möchte“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Großer Künstler, kleiner Mensch“: Aron Boks begibt sich in Nackt in die DDR auf die Suche nach seinem prominenten Urgroßonkel, dem umstrittenen Maler Willi Sitte. „Aron Boks’ Nackt in die DDR ist Erzählung und Sachbuch zugleich. Der Titel spielt darauf an, dass der Autor bei seiner Recherche den historischen Raum DDR nackt, also so gut wie ohne Vorwissen betrat.“

  • Aron Boks, Nackt in die DDR. (Harper Collins)

„Dahinter fliegt der Kosmos auseinander“: Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat auch die Lyrikerin Anja Utler schockiert – und ihren als Trauerrefrain ausgewiesenen Gedichtband Es beginnt gezeitigt. „Utlers lyrische Strategie für und gegen die Trauer, ihr Weg, mit Gefühlen überhaupt zu entwickeln, ohne sie zu verneinen oder herunterzuspielen, sich dabei stets gewahr zu bleiben, dass der Unterschied zwischen unmittelbar vom Krieg Betroffenen, ‚die mit Zerstörung überzogen werden, leiden, fliehen und sterben‘, und ihrer eigenen Trauer markiert sein und bleiben muss, zeichnet sich aus durch Ungeschütztheit. Die Spannung zwischen Hoffen, Zweifeln und Verzagen wird in knappsten Worten offenbar.“

  • Anja Utler, Es beginnt. Trauerrefrain. (Edition Korrespondenzen)

„Wie Steinemelken“: Nick Hornby zwingt den Autor Charles Dickens und den Sänger Prince zusammen in einen längeren Essay, obwohl sie fast nichts gemein haben. „Das ist wie Steinemelken. Bis auf Zufälle (bei ihrem Tod waren beide 58 Jahre alt) und Parallelen, die auch für viele andere Künstler gelten oder behauptet werden können (sie schufen angeblich ihre besten Werke zwischen zwanzig und dreißig) fällt Hornby nichts auf; dann gerät er ins Raunen. (…) Herrje, warum sollen wir es dann lesen?“

  • Nick Hornby, Dickens und Prince. Unvergleichliche Genies. (aus dem Englischen von Stephan Kleiner; Verlag Kiepenheuer & Witsch)

heute nichts

„Ein Versteck in Japan“: James Kestrels vielfältiger Krimi Fünf Winter. „Auch ein Rache-Roman steckt in diesem Thriller. Doch die im Namen anderer vollzogene Rache macht Joe McGrady nicht zu einem Helden, der cool in den Sonnenuntergang reitet. Was als konservativ geschriebener, wenn auch sprachliche Klischees vermeidender Krimi beginnt, auch mit Action beginnt, erhält immer mehr Zwischentöne, feine Figurenzeichnungen, ungewöhnliche Schauplätze. Einer der raren Krimis, die man sich aufheben möchte.“

  • James Kestrel, Fünf Winter. Thriller. (a. d. Engl. von Stefan Lux; Suhrkamp)
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